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HighTech - LowEx: Energieeffizienz Berlin-Adlershof 2020

EnEff:Stadt - Forschung für die energieeffiziente Stadt

Der Standort Adlershof im Mai 2011

© Adlershof Projekt

Siedlungssteckbrief

Projektstatus Projektstatus: Phase 2Planung
Standort der Kommune 12489 Berlin-Adlershof, Bezirk Treptow-Köpenick, Berlin
Kommune in Zahlen 891,85 km² Gesamtfläche; 3.490.445 Einwohner
Träger WISTA-Management GmbH; Technische Universität Berlin; BTB Blockheizkraftwerks-, Träger und Betreibergesellschaft mbH Berlin
Siedlungstyp Integrierter Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandort
Nutzungstyp Allgemeines Wohnen, Mischgebiete, Gewerbe, Industrie, Sondergebiete
Oberirdische Bruttogrundfläche des Gebäudebestands (2010) 1.244.000 m²
Grundfläche der bebauten Baufelder exklusive Grünanlagen und Verkehr vorher 1.485.703 m²
Grundfläche der bebauten Baufelder exklusive Grünanlagen und Verkehr nachher 2.787.164 m²
Gewerbefläche vorher 806.833 m²
Gewerbefläche nachher 1.675.064 m²
Fläche Forschung & Technologie vorher 358.590 m²
Fläche Forschung & Technologie nachher 388.592 m²
Fläche Medien & Kommunikation vorher 136.645 m²
Fläche Medien & Kommunikation nachher 163.670 m²
Fläche Universität vorher 70.157 m²
Fläche Universität nachher 92.921 m²
Sonstige Fläche vorher 113.478 m²
Sonstige Fläche nachher 466.917 m²
Zahl der Wohneinheiten nachher 1.040
Zahl der Arbeitsplätze vorher 14.148
Altersstruktur Etwa 41 % des Gebäudebestandes wurde vor 1989 errichtet. Dieser Bestand wurde bereits etwa zur Hälfte saniert. Nahezu die Hälfte des Gesamtbestandes wurde erst nach 1989 errichtet.
Bau- und Sanierungszustand 64% der Brutto-Grundflächen weisen zumindest einen teilweisen Sanierungsbedarf auf, woraus sich auf einen Spielraum für Energieeffizienzmaßnahmen schließen lässt.
Heizungssysteme 90 % des Wärmebedarfs wird von der Fernwärmeversorgung der BTB durch Kraft-Wärme-Kopplung (ca. 70%) gedeckt. Die BTB setzt die folgenden Brennstoffe für die Fernwärmeversorgung ein: Steinkohle, Erdgas und Holz (ca. 52%).
Eigentumsverhältnisse gemischte Eigentumsverhältnisse mit derzeit knapp 100 einzelnen Eigentümern. Größte Einzeleigentümer sind das Land Berlin und die WISTA-Management GmbH.
Projektthemen

Projektbeschreibung

Berlin-Adlershof, die "Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien" ist einer der erfolgreichsten Hochtechnologiestandorte Deutschlands. Er ist ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung in Berlin und genießt international ein hohes Ansehen.

Mit einer Fläche von derzeit 420 ha gehört dieser Standort zu den größten innerstädtischen Entwicklungsgebieten Europas. Der Energiebedarf des Standortes wird sich durch Nachverdichtung und die Neuansiedlung von Hochtechnologien und Wissenschaftseinrichtungen auf ca. 40 ha Erweiterungsflächen bis zum Jahr 2020 nahezu verdoppeln.

Vor diesem Hintergrund ist für das gesamte Projektgebiet von zukünftig 460 ha ein Energiekonzept zu entwickeln, das durch die Integration modernster Energieeffizienzmaßnahmen und durch Einbeziehung aller Standortpotenziale folgendes ermöglicht:

  • den Primärenergieverbrauch im Projektgebiet im Vergleich zum „Business as usual“ um mindestens 30 % zu senken,
  • die Sicherung der Energieversorgung bei unklaren Randbedingungen - ca. 47 % des Gesamtgebietes sind noch nicht bebaut-  zu optimieren, und
  • übertragbare Planungsinstrumente zu schaffen.
Status quo des Gebietes

Die "Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien" befindet sich südöstlich von Berlins Stadtzentrum im Stadtteil Adlershof, in der Nähe vom internationalen Flughafen Schönefeld. Es handelt sich um das ehemalige Gelände des Flughafens Johannisthal, das bereits zu Zeiten der DDR als Forschungs- und Wissenschaftsstandort genutzt wurde und sich in den letzten Jahren zu einem der größten und erfolgreichsten Standorte für Hochtechnologie, Gewerbe, Medien, Wissenschaft und Forschung in Deutschland entwickelt hat.

Schwerpunkt der Nutzung des 420 ha großen Gebietes stellen zahlreiche technologieorientierte Gewerbe-, Dienstleistungs- und Handelsbetriebe sowie Lehr- und Forschungseinrichtungen dar. Die Synergien zwischen  Forschung und Wirtschaft an diesem Standort sind beispielgebend.  Im Projektgebiet haben sich bisher rund 866 Unternehmen und 17 wissenschaftliche Einrichtungen niedergelassen, u.a. aus den Bereichen Biotechnologie, Photovoltaik, Optik, Informationstechnologie und Mikrosystemtechnik. Einige von diesen Technologie- und Forschungseinrichtungen haben einen sehr hohen Energiebedarf, zum Beispiel der Berliner Elektronenspeicherring für Synchrotonstrahlung (BESSY) des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH. Der Medienstandort „Mediacity“ hat ebenso einen hohen Energiebedarf. Im Rahmen einer Grobanalyse wurde der Endenergiebedarf (Basisjahr 2009) für Strom auf ca. 180 GWh/a (EnEV und Verfahrens- und Prozesstechnik) und für Wärme auf ca. 275 GWh/a geschätzt.
Im Projektgebiet sind rund 14.100 Menschen tätig.

Es befinden sich sechs Institute der Humboldt-Universität im Projektgebiet, die Institute für Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Physik und Psychologie, mit rund 7.800 Studenten und 1.000 Mitarbeitern. Insgesamt wohnen, arbeiten und studieren aktuell ca. 21.000 Menschen im gesamten Projektgebiet.

Die Gebäude bestehen teils aus sanierten Altbauten, teils aus Neubauten mit spektakulärer Architektur. Etwa 40 % des Gebäudebestandes wurde vor 1989 errichtet und ist zum jetzigen Zeitpunkt etwa zur Hälfte saniert. Der ganze Gebäudebestand wird zu 90 % durch ein Fernwärmenetz mit Fernwärme versorgt. Das Netz, das von einer RWE Tochter, der  BTB GmbH betrieben wird, hatte im Jahr 2009 eine Anschlussleistung von rund 43.300 kW mit rund 2.000 Vbh/a.

Projektziele

Das übergeordnete Ziel des Vorhabens besteht darin, ein integriertes Energiekonzept für den Standort Berlin Adlershof zu erstellen, das eine Senkung des Primärenergiebedarfs im Verhältnis zu einem Vergleichsszenario („Business as usual“) um mindestens 30 % bewirkt. Bezogen auf einen prognostizierten Gesamt-Primärenergieeinsatz von 1.770 GWh/a für die Bereitstellung von Strom (EnEV und VPT) sowie Wärme im Jahr 2020 bedeutet dieses Ziel eine Primärenergieminderung von rund 530GWh/a. Das Energiekonzept muss sicherstellen, dass diese Zielvorgaben erreicht werden können.

Ein realisierbares und energiesparendes Versorgungskonzept soll erarbeitet werden. Diesem übergeordnet ist eine weitergehende wissenschaftliche Zielsetzung: Bei der Erstellung von Energiekonzepten werden i. d. R. einige Optionen - meist aus Zeitmangel - ausgeklammert. Insbesondere zu solchen Themen soll der Verbund neue Erkenntnisse und Ansätze schaffen, damit sie in dem sich ergebenden Konzept Berücksichtigung finden. Hierfür werden die folgenden Arbeitsziele definiert:

  • Einspeisemöglichkeit: Es muss eine Wärmenetzstruktur in technischer und rechtlicher Hinsicht entwickelt werden, die die effiziente und ökonomische lokale Einspeisung von Wärmeströmen erlaubt.
  • Abwärmenutzung: Es müssen technische Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass nutzbare Abwärmeströme ihrer Temperatur entsprechend effizient eingesetzt werden können.
  • Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung: Die hierfür vorhandenen Werkzeuge müssen verfeinert und im Hinblick auf die Speichermöglichkeiten, speziell im Netz, ergänzt werden. Der Betrieb wird durch Demand Side Management bestimmt, so dass dieser Aspekt auch in die Konzeption einfließen muss.
  • Anpassungsfähigkeit: Da Versorgungsgebiete niemals statisch sind sondern die Bedürfnisse ständigen, unstetigen Änderungen (nicht nur Wachstum!) unterworfen sind, muss eine nachhaltige Netzstruktur anpassungsfähig sein. Hierzu sind beispielsweise Werkzeuge für Planung unter unsicheren Randbedingungen nötig.

Außerdem sind für die erfolgreiche Umsetzung eines Konzeptes in Berlin-Adlershof auch die nachstehenden Arbeitsziele zu nennen, die stärker als die obigen Punkte im Bereich angewandter Forschung und Entwicklung angesiedelt sind:

  • Kenntnis der Energieflüsse und Randbedingungen: Für die Konzepterstellung sind detaillierte Daten selbstverständlich die Grundvoraussetzung, aber auch die Akzeptanz der möglichen Konzepte bei den Anliegern, Nutzern und Betreibern sowie mögliche Hemmnisse müssen untersucht und beachtet werden.
  • Energieeffizienz: Hier sind einerseits die Bedürfnisse gemeint (Reduktion des Gebäudeenergiebedarfs durch Maßnahmen in der Architektur und Gebäudetechnik und Reduktion des industriellen Energiebedarfs durch Maßnahmen in der Maschinen- und Prozesstechnik), andererseits aber auch Maßnahmen bei der Betriebsführung. Außerdem kann die Effizienz durch Einbeziehung von regenerativen Energien in der Versorgung gesteigert werden.
Projektstruktur, Realisierung

Das Vorhaben mit dem Titel „High Tech – Low Ex: Energieeffizienz Berlin Adlershof 2020“ wird durch einen Verbund aus BTB, TU Berlin und WISTA unter der Leitung der WISTA realisiert. Das Gesamtvorhaben wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt unterstützt.

Innerhalb des Verbundes bearbeitet die BTB das Teilprojekt „Regenerative und effiziente Wärmeversorgung eines Entwicklungsbereiches mit kleinteiliger Bebauung durch ein Wärmeverbundnetz vor dem Hintergrund des EEWärmeGesetzes“, Kurzbezeichnung „Wärmeverbundnetz Wohnen am Campus“.

Die Technische Universität Berlin beteiligt sich mit dem Teilprojekt „Effizienztechnologien am Wissenschafts-Campus Adlershof“. Die WISTA Management GmbH ist eine Beteiligungsgesellschaft des Landes Berlin und Standortbetreiber in Adlershof. Sie  bearbeitet das Teilvorhaben „Planungsinstrumente,  Partizipation und Umsetzungsszenarien“. Zusätzlich obliegt ihr die Gesamtprojektleitung.

Um die energieeffiziente Gestaltung von Adlershof zu unterstützen, wird ein Kompetenznetz aus Versorgern, Behörden, Forschungseinrichtungen, dem Standort-Betreiber und dem Entwicklungsträger initiiert.

Kenndaten Energie

vorher Potenzial nachher Einheit
Summierte Energiebezugsfläche 1.244.000,00    
Endenergiebedarf Strom 108,00     kWh/m²
Endenergiebedarf Wärme 104,00     kWh/m²

Zusätzliche Informationen:

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News & Termine
 
Gesamt-Projektleitung und Leitung Teilprojekt „Planung, Partizipation und Umsetzungsszenarien“
WISTA Management GmbH (Beteiligungsgesellschaft des Landes Berlin)
Teilprojektleitung „Effizienztechnologien“
TU Berlin, Institut für Energietechnik
Teilprojektleitung „Wärmeverbundnetz Wohnen am Campus“
BTB Blockheizkraftwerks- Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin