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Werkzeuge für die Energieleitplanung - am Beispiel Ismaning

EnEff:Wärme - Forschung für energieeffiziente Wärme- und Kältenetze

Luftbild der Gemeinde Ismaning

© TU München

Steckbrief

Werkzeugtyp Planung, Analyse
Laufzeit Oktober 2008 - April 2011
Kürzel Energieleitplanung Ismaning
Bezugsquelle

Die Projektergebnisse wurden im Oktober 2012 in Heft 22 der AGFW-Reihe "Forschung und Entwicklung" veröffentlicht. Bezugsadresse: AGFW-Projektgesellschaft für Rationalisierung, Information und Standardisierung mbH, Stresemannallee 30, 60596 Frankfurt/Main

 

 

Nutzungskonditionen Preis AGFW-Veröffentlichung: 24 Euro für AGFW-Mitglieder, 48 Euro für Nichtmitglieder, Hochschulen und Lehre: Preis auf Anfrage
Schwerpunkte

Projektbeschreibung

Der fortschreitende Klimawandel erfordert neben großen, richtungsändernden Entscheidungen des Bundes und der Länder auch auf Ebene von Gemeinden Maßnahmen zu einem sinnvollen Umgang und einer nachhaltigen Versorgung mit dem sensiblen Gut Energie. Die Gemeinde Ismaning hat sich deshalb eine gesamtheitliche und effiziente Energieplanung zum Ziel gesetzt.

Kommune in Zahlen

Gemeinde Ismaning, Regierungsbezirk Oberbayern, Landkreis München
Gemeindefläche: 40,2 km²
Einwohnerzahl: 15.675; d.h. 390 Einwohner je km²

Energiekennwerte der Pilotgemeinde

Gesamtwärmebedarf 2009: 210.000 MWh/a
Gesamtwärmebedarf 2030: 97.000 MWh/a
Gesamtstromverbrauch 2009: 84.000 MWh/a

Wärmedichte:
347 MWh/(ha*a) vorher; 160 MWh/(ha*a) (Prognose für 2030)

Netz-Vorlauftemperatur (Zielwerte in °C):
80 (Wärmenetz Tiefengeothermie),
90 (Wärmenetz Fischerhäuser),
55 (Wärmenetz Ismaning West),
85 (für Kältenetz Osterfeld),
k.A. (Kälte- und Wärmenetz Medienpark)

Netz-Rücklauftemperatur (Zielwerte in °C):
55 (Wärmenetz Tiefengeothermie),
55 (Wärmenetz Fischerhäuser),
40 (Wärmenetz Ismaning West),
70 (für Kältenetz Osterfeld),
k.A. (Kälte- und Wärmenetz Medienpark)

Projekt

Die Entwicklung eines ganzheitlichen und das gesamte Gebiet umfassenden Energienutzungsplanes ist das Ziel des gemeinsamen Projekts der TU München mit der Gemeinde Ismaning bei München. Dabei ist die Vorhersage des zukünftigen Energiebedarfs der Kommune ein wesentlicher Aspekt. Der Gebäudebestand, zukünftige Neubauten und das Sanierungspotenzial werden ebenso wie die Zunahme der Einwohner und eine Steigerung der Komfortbedürfnisse - z.B. ein höherer Wohnraumbedarf pro Einwohner und damit höhere Heizenergieverbräuche -  berücksichtigt. Hinzu kommt die Untersuchung und Bewertung der Ausbaufähigkeit bereits vorhandener Energieversorgungsanlagen und noch nicht genutzer Energiequellen wie z.B. Biomasse oder Geothermie. Die bestehenden (Pilot-) Anlagen werden in eine Geamtbetrachtung der Gemeinde einbezogen.

Konzeption

Im Vordergrund des Projekts steht nicht die Entwicklung z.B. einer auf einen Stadtteil beschränkten regenerativen Nahwärmeversorgung, sondern ein umfassendes Konzept für die ganze Kommune. Am Ende steht die Entwicklung eines Energienutzungsplanes. Die Gemeinde Ismaning erhält damit ein Instrument, ihre eigenen Aktivitäten sowie die privater und gewerblicher Initiativen im Energiebereich zu koordinieren. Ähnlich einem Flächennutzungsplan werden im Energienutzungsplan die beabsichtigten energetischen Entwicklungen dargestellt. Die Kommune setzt sich damit Ziele und entwickelt Vorgaben zur Umsetzung einer möglichst eigenständigen wie regional verknüpften zukünftigen Energieversorgung.

Ergebnisse

Der Abschlussbericht zum EnEff:Wärme Pilotvorhaben ist auf der Website des Lehrstuhls für Bauklimatik und Haustechnik der TU München zum Pilotprojekt "Energieleitplanung Ismaning" eingestellt.

Im Kontext des Ismaninger Pilotvorhabens steht die Forschungsarbeit des Lehrstuhls für Bauklimatik und Haustechnik, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Gerhard Hausladen im Forschungsbereich Stadt und Energie zum Energienutzungsplan (ENP). Hier sind die beiden Leitfäden "Energienutzungsplan" im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Inneren sowie "Energienutzungsplan unter besonderer Berücksichtigung des Denkmalschutzes am Beispiel der Stadt Iphofen" im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung entstanden.

Ein weiteres Ergebnis ist die Entwicklung eines Planungstools, das im Zuge der Projektphase der Konzeptentwicklung entstand - mit neuen Möglichkeiten der Wärmebedarfsermittlung. So wurden für den westlichen Teil der Gemeinde zwei verschiedene Konzepte entwickelt und überprüft: Die Möglichkeit, das Gebiet wirtschaftlich an das Fernwärmenetz der Tiefengeothermie anzuschließen; und andererseits verschiedene Sanierungsmaßnahmen auf ihre Wirtschaftlichkeit hin untersuchen. Hierfür wurde eigens das Softwaretool „GemEBTool Version 1.3“ am Lehrstuhl für Bauklimatik und Haustechnik, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Gerhard Hausladen entwickelt.

Umsetzung der Projektergebnisse

Die Ergebnisse dieses Verbundprojekts führten in der Pilotgemeinde Ismaning zur Entscheidung für die Nutzung der Tiefengeothermie. Diese wird im Augenblick projektiert und soll bereits ab 2012 einen Beitrag zur Wärmeversorgung liefern. Die gewonnen Erkenntnisse lassen sich auch auf andere Gemeinden und Städte übertragen und können durch ihren Vorbildcharakter Anstoß für Investitionen auch in anderen Gemeinden und Städten sein.

  • Website des Lehrstuhls für Bauklimatik und Haustechnik an der TU München