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PlusEnergieQuartier Oberursel

EnEff:Stadt - Forschung für die energieeffiziente Stadt
PlusEnergieQuartier in Oberursel: Lage im Gewerbegebiet Süd

Lage des PlusEnergieQuartiers im Gewerbegebiet Süd in Oberursel

© Stadt Oberursel

Siedlungssteckbrief

Projektstatus Projektstatus: Phase 1Konzept
Standort der Kommune 61440 Oberursel, Hochtaunuskreis, Hessen
Kommune in Zahlen 45,4 km²; ca. 45.000 Einwohner
Träger HOCHTIEF formart Rhein-Main
Siedlungstyp Neubau, Geschosswohnungsbau, Bürogebäude
Nutzungstyp Mischgebiet
Grundstücksfläche 3 ha
Bruttogrundfläche (nach DIN 277) nachher 33.000 m²
Wohnfläche nachher 19.000 m²
Gewerbefläche nachher 14.000 m²
GRZ (Grundflächenzahl) 0.28
GFZ (Geschossflächenzahl) 1.06
Altersstruktur 3 Bürogebäude Neubau, 18 Wohngebäude Neubau
Bau- und Sanierungszustand Grundstück der HOCHTIEF AG, derzeit nicht bebaut
Heizungssysteme In Bearbeitung: Folgende Technologiekombinationen werden derzeit geprüft: KWK + Wärmenetz, Biomasse-Heizkessel, Holzvergaser mit BHKW, Photovoltaik
Eigentumsverhältnisse Das Grundstück für das zuk. Mischgebiet ist derzeit im Eigentum von HOCHTIEF AG. Nach Errichtung der Wohngebäude sollen diese an Eigentümer im Einzelvertrieb veräußert werden. Die Bürogebäude sollen vermietet werden und an Investoren veräußert werden.
Projektthemen

Projektbeschreibung

Ziele, Projektkontext

Mit dem Projekt „PlusEnergieQuartier Oberursel“ soll ein neuer Standard der klimaneutralen Energieerzeugung und -versorgung im Quartier entwickelt und umgesetzt werden. In einem integralen Forschungs- und Planungsprozess soll ein nachhaltiges und weitgehend regeneratives Energiekonzept für ein ca. 3 ha großes Mischgebiet unter Einbeziehung der Synergiepotenziale zum angrenzenden Gewerbe erarbeitet werden. Weiter stehen die Einbindung und Information der Nutzer in das neuartige Quartierskonzept sowie ein Monitoring zur Kontrolle und Optimierung im Vordergrund. Zunächst wird das Energieversorgungskonzept in interdisziplinärer Zusammenarbeit im Verbundprojekt erarbeitet. Hierauf aufbauend können der Planungsprozess und die Baumaßnahmen beginnen.

Mit der Energiewende treten Themen wie regenerative Energieversorgung, der Einsatz innovativer Technologie, Lastmanagement und dezentrale Speicherkonzepte in den Fokus der Öffentlichkeit. Gebaute Beispiele und die Einbindung realer Akteure weisen die Machbarkeit im lokalen Kontext exemplarisch nach. Das Projekt fungiert somit als Anschauungsobjekt, als Anregung zur Nachahmung und Weiterentwicklung sowie als Multiplikator.

Für Gebäude wurden in den letzten Jahren Standards und Kriterien einer energieoptimierten Bauweise, effiziente Anlagentechnik und nachhaltige Nutzungskonzepte entwickelt und in Normen festgesetzt. 2011 wurden klare Anforderungen für ein Plusenergiehaus „Effizienzhaus-Plus“ vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) formuliert. Das „Effizienzhaus-Plus“ benötigt neben der Reduktion des Energiebedarfs durch Gebäudehüllenoptimierung aktive Technik, durch die die Forderung nach einen auf das Jahr bilanzierten aus regenerativen Energiequellen erzeugten Überschuss der Primär- sowie der Endenergie gedeckt wird. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass sich im größeren Maßstab und im Verbund verschiedener Gebäude und Nutzungen die geforderten Ziele deutlich wirtschaftlicher umsetzen lassen als auf der Ebene des einzelnen Gebäudes. Die Konsequenz sind nachhaltige Quartierskonzepte, die den Bilanzierungsrahmen vom Einzelgebäude auf Quartiersverbunde erweitern und im Verbund einen Plusenergiestandard anstreben. Die Untersuchungen zur Integration energetischer Aspekte in Stadtentwicklungskonzepten haben in letzter Zeit neue Möglichkeit und Denkweisen in der Quartiersentwicklung aufgezeigt. Bislang gibt es keine einheitliche Vorgehensweise oder ein Regelwerk zur Bemessung von Plusenergiekonzepten im Verbund oder eine Definition von Quartierstandards. Im Rahmen des PlusEnergie-Quartiers Oberursel sollen die Anforderungen des ab 2020 in der Gebäuderichtlinie der EU geforderten Plusenergiehauses auf ein Quartier übertragen und um die Komponenten „Lastmanagement“ und „saisonale Speicherkonzepte“ erweitert werden. Die Methoden und Planungskonzepte sollen im Anschluss an das Projekt auch auf den Umgang und zur Strategieentwicklung mit Bestandsquartieren übertragen werden können.

Planerische Rahmenbedingungen, Quartierskonzept

Am Beispiel eines Baugebiets in Oberursel wird ein solches Plusenergie-Quartier exemplarisch entwickelt und in seinem Prozess untersucht. Das Gebiet bietet sich aufgrund der Struktur, der Größe, der Lage und Anbindung in Oberursel für eine kombinierte Nutzung von Wohnen und Gewerbe an. Die Stadt hat bezüglich des Bebauungsplanes eine Grundsatzentscheidung für das bisher als Gewerbe- und Industriegebiet ausgewiesene Gelände zugunsten der Entwicklung eines gemischt genutzten PlusEnergieQuartiers gefällt und einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan beschlossen. Die projektbezogene Bebauungsplanänderung zielt auf die Entwicklung des Gebiets unter den Rahmenbedingungen des Plusenergiestandards ab. Für die Entwicklung und Umsetzung eines PlusEnergieQuartiers sind im weiteren Entwicklungsprozess von Beginn an die Interessen aller Akteure aus Politik, Forschung, Wirtschaft und der Nutzung zu berücksichtigen.

Dieser neuartige Entwicklungsansatz erfordert zum Einen die Formulierung von Nachhaltigkeitsaspekten für das Änderungsverfahren des Bebauungsplans. Andererseits sind die zu fordernden energetischen Zielwerte und Nachhaltigkeitskriterien im Quartierskonzept sowie in der Bauplanung und -ausführung zu entwickeln. Von der Definition für ein Plusenergiegebäude ausgehend soll eine Begriffsbestimmung sowie ein Bilanzierungstool für Plusenergiequartiere entwickelt werden. Hierbei muss das Quartier neben der technischen Qualität auch ökologische, ökonomische sowie soziokulturelle und funktionale Qualitäten aufweisen. Neben der Integration regenerativer Energieerzeugung werden der zu erreichende Energieautarkiegrad sowie das dazugehörige Lastmanagement im Quartiersverbund untersucht und eine Einbindung von E-Mobilitätskonzepten angestrebt. Um eine optimale Ausnutzung des Mehraufwandes für den hohen energetischen Standard zu gewährleisten, wird neben einer konstanten Begleitung und Überprüfung in der Planungs- und Bauphase ein anschließendes Monitoring zur Kontrolle und Optimierung im Quartier angestrebt. In der Umsetzung stehen die Einbindung und Information der Nutzer in das neuartige Quartierskonzept im Vordergrund.