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Monitoring - Energieversorgung der IBA Hamburg 2013

EnEff:Stadt - Forschung für die energieeffiziente Stadt

Vision des Energiebergs mit Horizontweg und geplanter Bebauung auf dem Kleinen Grasbrook

© IBA Hamburg, bloomimages

Siedlungssteckbrief

Projektstatus Projektstatus: Phase 3Realisierung
Standort der Kommune Stadtteile Wilhelmsburg und Veddel sowie Bereich Harburger Binnenhafen, Hamburg
Kommune in Zahlen 35 km², 55.000 Einwohner (nur Projektgebiet)
Träger IBA Hamburg GmbH und private sowie öffentliche Investoren
Nutzungstyp Allgemeines Wohnen, öffentliche Liegenschaften, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen
Projektthemen

Projektbeschreibung

Dem globalen Klimawandel, der für die Wilhelmsburger mit der Erfahrung der Sturmflut von 1962 von besonderer Bedeutung ist, stellt sich die Internationale Bauausstellung IBA Hamburg in ihrem Leitthema „Stadt im Klimawandel“ und dem „Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg“.

IBA-Zielsetzungen und Konzepte

Die IBA wird die bisher überwiegend im ländlichen Raum entwickelten Konzepte einer vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien aufnehmen und in neuer Dimension auf den städtischen Raum übertragen. Die Energieeffizienz im städtischen Raum beinhaltet - ausgehend von der Integration der Bewohner in den Prozess - die energetische Optimierung von Bestandsgebäuden und die konsequente Umsetzung strenger energetischer Zielvorgaben im Neubaubereich. Weiterhin ist die Umsetzung einer nachhaltigen Energieversorgung auf Basis regenerativer Energien für den gesamten Stadtteil Ziel der IBA. Neben dem übergeordneten Klimaschutzkonzept umfasst die IBA Hamburg damit eine Vielzahl vorbildlicher Einzelprojekte.

Das Präsentationsjahr der IBA Hamburg startet am 23. März 2013 und endet Anfang November. Die über 60 Einzelprojekte, sechs thematische Ausstellungen, zahlreiche Fachkongresse, unzählige Veranstaltungsformate und 2.000 Tourenangebote werden die Themen der IBA der Öffentlichkeit auf unterschiedlichen Ebenen vermitteln. 

Die IBA Hamburg entspricht den Zielsetzungen des Programms EnEff:Stadt in besonderer Weise:

  • Die Energieversorgung des gesamten Stadtteils Wilhelmsburg wird hinsichtlich einer exergetischen bzw. primärenergetischen Optimierung entwickelt. 
  • Die gesamten Planungs- und Entwicklungsprozesse sind nicht nur innerhalb der Projekte integral gestaltet, sondern darüber hinaus in einen öffentlichen Prozess unter Beteiligung von Bürgern, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik eingebettet. 
  • Die IBA Hamburg wirkt langfristig und breitenwirksam als Demonstrationsprojekt und Multiplikator für die energieeffiziente Stadtentwicklung.
  • Innovative Technologien werden in einzelnen Projekten thematisch gefasst und als Pilotanwendungen umgesetzt.
Moderne Management- und Planungsmethoden komplexer Projekte

Die IBA verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz bei der Entwicklung hin zu einem CO2-neutralen Stadtteil. Neben innovativen Energiekonzepten für einzelne Gebäude und Anlagen werden verschiedene Strategien verfolgt, um nachhaltige Innovationen zu ermöglichen. So werden z.B. in den IBA Laboren unter anderem zur Architektur im Klimawandel Konzepte für die Zukunft mit internationalen Experten kritisch analysiert. Zur ganzheitlichen energetischen Bilanzierung entstand der „Energieatlas der Elbinseln“ und wurde im Dezember 2010 veröffentlicht. Für private Bauherren wurde der anspruchsvolle IBA-Exzellenz-Sanierungsstandard entwickelt, dessen Einhaltung von der IBA speziell gefördert wurde. Gleichzeitig wird die IBA bei ausgewählten Projekten eine DGNB-Zertifizierung anstreben.

Vernetzung unterschiedlichster Themen und Akteure

Die IBA ist intensiv mit allen betroffenen Akteuren im Stadtteil verwoben. Laufend fanden sog. Bürgerdialoge statt, in denen IBA-Aktivitäten öffentlich diskutiert wurden. Parallel dazu  begleitet ein Beteiligungsgremium aus 24 Bürgerinnen und Bürgern und 9 Politikerinnen und Politikern aus dem IBA-Präsentationsgebiet den gesamten Planungs- und Realisierungsprozess. Das prominent besetzte IBA-Kuratorium begleitet den Gesamtprozess der IBA seit 2007. Der IBA-Fachbeirat Klima+Energie unterstützt die Arbeit der IBA kritisch im Leitthema "Stadt im Klimawandel", stärkt die Innovationskraft der Projekte und spiegelt die lokalen Bestrebungen der IBA Hamburg im internationalen Fachkontext.

Neben dem Klimaschutzkonzept sorgen weitere Querschnittsprojekte wie die Bildungsoffensive Elbinseln oder Interkulturelle öffentliche Räume für eine umfassende gesellschaftliche Einbindung der IBA. Die Einbindung der Wilhelmsburger Bewohner und Bewohnerinnen in die Modellentwicklung und die Umsetzung der Maßnahmen ist essentieller Anspruch der IBA. Die Maßnahmen und das Gesamtkonzept werden z.B. öffentlichkeitswirksam in einer dauerhaften Ausstellung „IBA at Work“ in den Räumen des „IBA DOCK“ aufbereitet sowie im „Tor zur Welt“ im schulischen Maßstab der Öffentlichkeit vermittelt. Zahlreiche Informationsveranstaltungen, Publikationen und ein breit gefächerter Internetauftritt begleiten den IBA-Prozess.

Einsatz innovativer Technologien

Im Rahmen der IBA Hamburg wird eine Vielzahl innovativer Technologien sowohl in Einzelprojekten als auch in Kombination auf kommunaler Ebene realisiert. Sie dienen u.a. der Umsetzung nachhaltiger Konzepte zur Energieversorgung des Gesamtareals auf Basis regenerativer Energien:

  • Nachnutzung einer Deponiefläche („Energieberg“ / PV und Windenergie),
  • Umnutzung eines ehem. Flakbunkers („Energiebunker“ / Biomasse-BHKW, Nutzung industrieller Abwärme, Solarthermie und PV),
  • Nahwärmenetze auf Grundlage von Erneuerbaren Energien („Energieverbund Wilhelmsburg Mitte“, „Neue Hamburger Terrassen“ / feste Biomasse, Biogas).

Auch bei der Umsetzung energetisch hocheffizienter Neubauten und Sanierungen kommen innovative Technologien und Konzepte zum Einsatz. Die IBA hat dazu eine Vielzahl von Demonstrationsprojekten gestartet:

  • Bis zu 12 Einzelprojekte im Rahmen der „Bauausstellung in der Bauausstellung“ mit besonderen innovativen Themenstellungen
  • Zahlreiche Passivhausprojekte, tlw. mit Perspektive Null- oder Plus-Energie-Haus (Genossenschaftsprojekt „Open House“, Neubauten „Weltquartier“, „Smart ist Grün“)
  • energieeffiziente Nichtwohnungsbauprojekte („IBA Dock“, „Verwaltung HPA-Hafenbahn“, Neubau Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt / mit DGNB-Zertifizierung) 
  • Schul- und andere öffentliche Bauten im Passivhausstandard (Bildungszentrum „Tor zur Welt“)
  • Sanierungen in Richtung Passivhausstandard oder mit Passivhauskomponenten (Kampagne „Prima Klima-Anlage“).

Hinzu kommen Einzelprojekte, die effiziente Energieversorgungskonzeptein den Breichen Biomassenutzung, Kleinst-KWK, Wärmepumpen-Kombinationen und Brennstoffzellen-Einsatz umsetzen sollen. Dazu zählt auch der Einsatz von Intelligenten Stromzählern und Demand Side  Management Konzepten sowie der Aufbau innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien.

Eine zentrale Fernwärmeversorgung für den Stadtteil Wilhelmsburg ist derzeit nicht vorhanden und auch nicht zur Umsetzung durch einen Energieversorger vorgesehen. Die Errichtung von Nahwärmenetzen ist grundlegender Baustein der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes. Mit dem Energieverbund Wilhelmsburg Mitte wird erstmals ein offenes Wärmenetz mit dezentraler Wärmeeinspeisung durch die Anlieger errichtet.

Monitoring und Evaluation

Die IBA Hamburg besteht aus mehreren Teilprojekten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gestartet worden sind bzw. deren Umsetzung zeitlich versetzt zueinander erfolgt. Die konzeptionelle Arbeit an der IBA begann 2007. Die Einzelmaßnahmen werden zum größten Teil bis zur Eröffnung des Präsentationsjahres im März 2013 umgesetzt  bzw. sind teilweise schon fertiggestellt. Planungs-, Umsetzungs- und Monitoringphase startet deshalb gebäude- bzw. quartiersweise versetzt zueinander.

Über das im Rahmen des beantragten Projektes durchzuführende wissenschaftliche Begleitprogramm soll eine Evaluierung der durchgeführten Maßnahmen erfolgen. Die wissenschaftlichen Arbeitsziele des Vorhaben seitens der Betreuung durch das Institut für Gebäude und  Solartechnik der TU Braunschweig und Realisierung der Projekte gliedern sich in drei Leistungsphasen:

1. Zielvorgaben, Planung
  • Es ist eine Überprüfung und Dokumentation des laufenden IBA-Prozesses und Einhaltung der der Anforderungen des Förderkonzeptes Eneff:Stadt vorgesehen.
  • Entwicklung methodischer Grundlagen zur einheitlichen Umsetzung des Monitoringkonzeptes.
  • Unterstützung der IBA-Projektkoordination bei der Integration der Maßnahmen zur Energiebereitstellung und Realisierung energieeffizienter Gebäude zu einem abgestimmten Gesamtkonzept.
2. Umsetzung
  • Qualitätssicherung der Maßnahmen im Gebäudebereich hinsichtlich der Einhaltung der energetischen Zielvorgaben.
  • Planungs-/umsetzungsbegleitende Unterstützung bei der Anpassung der Anlagentechnik an Veränderungen im Bauprozess.
  • Simulation von ausgewählten Einzelgebäuden sowie des Gesamtareals – energetische Bilanzierung der IBA auf der Deckungs- und Bedarfsseite hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben zur CO2-Neutralität.
  • Evaluierung/Analyse des IBA-Prozesses hinsichtlich der Einhaltung der definierten energetischen und planerischen Zielvorgaben.
3. Betrieb
  • Auswertung der Messdaten aus dem betriebsbegleitenden Monitoring, Erstellung von Stoff-, Energie- und CO2-Bilanzen für Bau und Betrieb.
  • Analyse des Einflusses des Nutzerverhaltens auf den Energieverbrauch.
  • Bilanzierung der IBA und Überprüfung der Einhaltung der Ziele zur emissionsneutralen Versorgung des Wohnquartiers.
  • Analyse und Dokumentation des Strom- und Gasverbrauchs im gesamten IBA-Gebiet in den Jahren 2007-2013 und Darstellung des Anteils erneuerbarer Energien.
  • Präsentation der Ergebnisse u.a. im Rahmen der Veranstaltungen der IBA Hamburg und Vermittlung über einen interaktiven, multimedialen „Energietisch“.

Die einzelnen baulichen und energetisch-konzeptionellen Maßnahmen mit unterschiedlicher Detailtiefe sollen im Rahmen der 3. Leistungsphase messtechnisch erfasst und dokumentiert werden. Dazu werden die Projekte in unterschiedliche Kategorien gegliedert. Die Kategorisierung richtet sich nach Art der energetischen Nutzung: Versorgungsnetze und Gebäude. Im Rahmen eines vereinfachten Monitoring für Gebäude werden Strom- und Wärmeverbräuche erfasst. Darüber hinaus erfolgt eine vertiefte Bewertung und Monitoring für ausgewählte innovative und zukunftsweisende Gebäude. Sollten sich aus der detaillierteren Betrachtung interessante Forschungsthemen ergeben, die sich im Umfang der zur Verfügung stehenden Kapazitäten für das Monitoring nicht bearbeiten lassen, ist beabsichtigt diese in separaten Anschlussvorhaben weiter zu vertiefen. Die Verbrauchsdaten für Strom und Wärme werden seitens der Energieversorger anonymisiert zur Verfügung gestellt. Die Kategorie Versorgungsnetze beinhaltet die Überwachung der Nahwär-menetze auf Grundlage von erneuerbaren Energien.

  • Website des EnEff:Stadt-Projekts "Monitoring - Energieversorgung der IBA Hamburg"