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EnEff Campus TU Braunschweig 2020

EnEff:Stadt - Forschung für die energieeffiziente Stadt
Zentralcampus TU Braunschweig

Luftbild des Zentralcampus der TU Braunschweig

© TU Braunschweig, Institut für Gebäude- und Solartechnik (IGS)

Siedlungssteckbrief

Projektstatus Projektstatus: Phase 3Realisierung
Standort der Kommune Nordöstliches Stadtgebiet, Universitätsviertel: Nord-, Ost- und Zentralcampus, 38106 Braunschweig, Stadt Braunschweig, Niedersachsen
Kommune in Zahlen 192 km², 249.485 Einwohner (Stand: 31.12.2014)
Träger Technische Universität Braunschweig
Siedlungstyp Universitätscampus, Institutsgebäude
Nutzungstyp Universitätscampus: Institutsgebäude, Verwaltungsgebäude, Labore, Hörsaalgebäude, Mensen, Bibliothek, Werkhallen
Grundstücksflächen Zentralcampus, Campus Nord und Campus Ost 589.174 m²
Bruttogrundfläche (nach DIN 277) 449.247 m² vorher
NF 0, nicht genutzte Nutzflächen 8.112 m²
NF 1, Wohnen und Aufenthalt 7.488 m²
NF 2, Büroarbeit 69.707 m²
NF 3, Produktion, Experimente 75.267 m²
NF 4, Lagern, Verteilen 34.965 m²
NF 5, Bildung, Unterricht und Kultur 58.168 m²
NF 6, Heilen und Pflegen 139 m²
NF 7, sonstige Nutzflächen 24.458 m²
TF, betriebstechnische Anlagen 29.592 m²
VF, Verkehrsflächen 83.502 m²
GRZ (Grundflächenzahl) 0.24
GFZ (Geschossflächenzahl) 0.63
Altersstruktur Gebäude aller Baualtersklassen: Historische Gebäude, Gründerzeit, Moderne der 1950er Jahre, Funktionsbauten der 1960-1970er Jahre, Neubauten - insgesamt ca. 200 Gebäude, von denen 136 für das Projekt als relevant eingestuft werden.
Bau- und Sanierungszustand gemischt – teils Sanierungsbedarf Gebäudehülle und Anlagentechnik (insbesondere raumlufttechnische Anlagen) entsprechen zum großen Teil nicht dem heutigen Stand der Technik. Hohes Optimierungspotenzial in vorhandener Anlagentechnik.
Heizungssysteme Versorgung der Universitätsgebäude zu 99 % mit Fernwärme aus KWK. Einzelne, dezentrale Gebäude mit gebäudezentralen Heizungen (Erdgas, Heizöl).
Eigentumsverhältnisse Ca. 95 % der Gebäude im Besitz der TU Braunschweig und in Eigennutzung. Ca. 5 % der Gebäudeflächen sind von der TU BS angemietet.
Projektthemen

Projektbeschreibung

Im abgeschlossenen Forschungsprojekt „EnEff Campus:blueMAP TU Braunschweig“ wurde ein Integraler Energetischer Masterplan für den Campus der Technischen Universität Braunschweig entwickelt. Mit den ambitionierten Zielen des Energiekonzepts der Bundesregierung sollen konkret definierte Maßnahmen mit einem (Teil-) Zielwert von 40 % Primärenergie-Reduzierung bis 2020 realisiert, wissenschaftlich begleitet und im Betrieb vermessen werden. Dieses Ziel entspricht einer Verdoppelung der Vorgaben der Bundesregierung für den gesamten Gebäudebestand auf dem Weg zum Umbau der Energieversorgung bis 2050.

Der Masterplan: Ergebnisse von Bestandsaufnahme und Konzeptentwicklung

Folgende Einzelmaßnahmen wurden im Rahmen des Projekts „EnEff Campus: blueMAP TU Braunschweig“ als Teile des Masterplans entwickelt: 

  • Gebäudehülle

    Energetische Sanierung der Gebäudehülle nach EnEV 2009

    • Investitionskosten: 120 Mio.€ (300 €/m²NGF)
    • Kosteneinsparung: 1,6 Mio. €/a
    • Amortisation: > 20 a
    • Primärenergie: -9 %
    • CO2-Emission: -12 %

  • Biomethan-BHKW

    Installation eines Biomethan-BHKW mit einer thermischen Feuerungsleistung von 526 kW zur Versorgung des Campus Ost sowie ein kleineres BHKW mit 148 kWtherm. für den Campus Nord

    • Investitionskosten: 590.000 €
    • Kosteneinsparung: 320.000 €/a
    • Amortisation: 2 bzw. 6 Jahre
    • Primärenergie: -3 %
    • CO2-Emission: -10 %

  • Photovoltaik-Dachflächenanalyse

    Der komplette Gebäudebestand der TU Braunschweig wurde hinsichtlich Eignung auf PV-Integration geprüft. Dabei sind bestehende Dachbelegungen mit diversen technischen Anlagen sowie die Verschattung durch Nachbargebäude und Baumbestände berücksichtigt. Nicht berücksichtigt sind der Zustand und die Tragfähigkeit der Dächer sowie Denkmalschutzauflagen einzelner Gebäude.

    • Investitionskosten: ca. 7,3 Mio. € (3,0 MWp)
    • Einsparung Strom: 2.590 MWh/a**
    • Kosteneinsparung: 480.000 €/a
    • Amortisationszeit: 10-12 a
    • Primärenergie: -6 %
    • CO2-Emission: -5 %

  • Flächeneffizienz

    Reduzierung der vorhandenen Büroarbeitsflächen von ca. 60.000 m² bzw. 15m²/Person (Bewertung gem. DIN V 18599-10 als geringe bis mittlere Belegung) auf ca. 10 m²/Person (hohe Belegung). Dies entspricht einer Büroflächenreduzierung von ca. 20.000 m². Zusätzlich werden durch den Entfall der Büroflächen zugehörige Nebennutzungsflächen wie Flure, WC, Lager und Teeküchen um weitere 20.000 m² reduziert.

    • Investitionskosten: n.n.
    • Einsparung Wärme: 2.680 MWh/a
    • Einsparung Strom: 670 MWh/a
    • Kosteneinsparung: 436 T €/a
    • Primärenergie: -3%
    • CO2-Emission:-3%

  • Gebäudetechnik

    Energetische Optimierung aller vorhandenen raumlufttechnischer Anlagen (RLT-Anlagen) >1.000 m³/h.

    • Investitionskosten: 4 Mio. €   
    • Einsparung Strom: 5.950 MWh/a
    • Kosteneinsparung: 1,1 Mio. €/a
    • Amortisation: 2,5 a
    • Primärenergie: -14%
    • CO2-Emission: -12%

  • Beleuchtung

    Austausch der installierten Beleuchtung in allen Verkehrsflächen (Flure und Treppenhäuser), Büroflächen und Laborflächen, Einsatz von LED Beleuchtung.

    • Investitionskosten: 2,57 Mio. €
    • Einsparung Strom: 3.050 MWh/a
    • Kosteneinsparung: 570 T €/a
    • Amortisation: 3 a
    • Primärenergie: -8%
    • CO2-Emission: -6%

  • Technische Ausstattung

    Austausch sämtlicher Altgeräte an Kühl- und Gefrierschränken. Hochrechnung auf Basis der im Bestand aufgenommenen und dokumentierten Geräte (ca. 70% Geräte in Energieeffizienzklasse D und „schlechter“).

    • Investitionskosten: 1 Mio. €
    • Einsparung Strom: 950 MWh/a
    • Kosteneinsparung: 175 T €/a
    • Amortisation: 5 a
    • Primärenergie: -3%
    • CO2-Emission: -2%

  • Nutzerverhalten

    Energieeinsparungen mittels verschiedener Maßnahmenarten: Partizipation/Interaktion mit den Nutzern; Information (Kampagnen) und Feedback (z.B. über den Energie-Verbrauch)

Die Umsetzungsphase

Ziel des im September 2015 gestarteten Folgeprojekts „EnEff Campus 2020“ ist es, den in der ersten Phase entwickelten konzeptionellen Umsetzungsplan zu realisieren. Das integrale Konzept besteht aus 4 Strategien zur energetischen Optimierung des Campus. Diese sollen im auf 3 Jahre angelegten Folgeprojekt für einen Großteil der rund 200 Gebäude (ca. 400.000 m² NGF) des Campus umgesetzt werden. Parallel wird ein umfassendes Monitoring und Evaluierungskonzept aufgebaut. Den Forschungsfokus bildet dabei die Demonstration von Maßnahmen in der Umsetzung. Dies umfasst Neubautätigkeit, Sanierung und Instandhaltung, aber auch  die Energieversorgung, die Nutzermotivation und -information sowie die Städtebauliche Entwicklung. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten bildet die Entwicklung einer integrierten Technologieforschungsplattform. Ihre Aufgaben und zugleich zentrale Komponenten: Transparenz der Energieverbräuche (Signalanalyse), intelligente Steuerung (Internet der Dinge) und automatisiertes Monitoring (Zustandsautomaten).

Ziel des im September 2015 gestarteten Folgeprojekts „EnEff Campus 2020“ ist es, den in der ersten Phase entwickelten konzeptionellen Umsetzungsplan zu realisieren. Das integrale Konzept besteht aus 4 Strategien zur energetischen Optimierung des Campus. Diese sollen im auf 3 Jahre angelegten Folgeprojekt für einen Großteil der rund 200 Gebäude (ca. 400.000 m² NGF) des Campus umgesetzt werden. Parallel wird ein umfassendes Monitoring und Evaluierungskonzept aufgebaut.

Demonstration von Maßnahmen in Umsetzung

Den ersten Forschungsfokus bildet dabei die Demonstration von Maßnahmen in der Umsetzung. Dies umfasst Neubautätigkeit, Sanierung und Instandhaltung, aber auch  die Energieversorgung, die Nutzermotivation und -information sowie die Städtebauliche Entwicklung. Die einzelnen Strategien werden auf einander abgestimmt, bleiben jedoch unabhängig voneinander umsetzbar. Auf diese  Weise kann bei Bedarf flexibel auf mögliche Veränderungen reagiert werden, ohne das Gesamtziel im Grundsatz zu gefährden.

Integrierte Technologieforschungsplattform

Zweiter Forschungsschwerpunkt:  Mit Nutzung der besonderen Datenverfügbarkeit an der TU Braunschweig wird eine Technologieforschungsplattform "Real-Life-Lab Campus TUBS" mit vernetzten Technologieforschungsstrategien für hochinnovative integrale Entwicklungen aufgebaut. Dabei werden folgende Akzente gesetzt:

  • Nutzer: Transparenz der Energieverbräuche (Signalanalyse) durch Kommunikation des Energieverbrauchs für Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sowie Studierende
  • Gebäudemanagement: Automatisierte Überwachung der Anlagenfunktionen (Monitoring)
  • Internet der Dinge: Intelligente Anlagensteuerung.

Innerhalb der beiden Schwerpunktthemen findet ein kontinuierlicher Austausch hinsichtlich Entwicklung, Umsetzung und Erprobung innovativer Technologien statt.

Kenndaten Energie

vorher Potenzial nachher Einheit
Summierte Energiebezugsfläche 400.000,00    
Endenergiebedarf Strom 87,00     kWh/m²
Endenergiebedarf Wärme 96,00     kWh/m²
Primärenergiebedarf Strom 226,00     kWh/m²
Primärenergiebedarf Wärme 52,00     kWh/m²
Primärenergiebedarf gesamt (Wärme + Strom) 278,00 167,00   kWh/m²
  • Projekt-Website der TU Braunschweig
  • Zu diesem Projekt gibt es das BINE-Projektinfo 10/2015 "Uni-Campus soll klimaneutral werden"