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Bottrop Welheimer Mark - Energetische Optimierung eines Gewerbe-, Industrie- und Wohngebiets

EnEff:Stadt - Forschung für die energieeffiziente Stadt

Projektgebiet EnEff:Stadt – Bottrop Welheimer Mark

© RWTH Aachen, Quelle Geodatenserver Stadt Bottrop

Siedlungssteckbrief

Projektstatus Projektstatus: Phase 2Planung
Standort der Kommune Bottrop, 46236 Bottrop, Nordrhein-Westfalen
Kommune in Zahlen 100.5 m², 116400 Einwohner
Träger Stadt Bottrop, EON Energy Research Center, Innovation City Management GmbH, Imtech Deutschland GmbH & Co.KG, infas enermetric GmbH
Siedlungstyp Mischgebiet (GIHD sowie Wohnungen)
Nutzungstyp Mischgebiete
Unternehmen ca. 170
Einfamilienhäuser ca. 175
Mehrfamilienhäuser sowie sonstige Gebäude (Schulzentrum, Kirche, Kindergarten...) ca. 70
Bau- und Sanierungszustand gemischt - teils Sanierungsbedarf
Heizungssysteme Vorwiegend Fernwärme, Gasfeuerung und Einzelfeuerungsanlagen (feste und flüssige Brennstoffe); Schulzentrum mit Brennstoffzellen-BHKW
Eigentumsverhältnisse Gemischt, z.T. Eigentumswohnungen, z.B. Wohnungsbaugesellschaften
Projektthemen

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt EnEff:Stadt – Bottrop, Welheimer Mark zielt hingegen auf eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Zusammenwirkens von Gebäuden, Anlagentechnik, Regelungssystemen sowie elektrischen Netzen ab. Eine Bestandsaufnahme bildet die Basis zur Abbildung der im Untersuchungsgebiet vorhandenen Gebäude und Energiesysteme. Anhand dieser Modelle und mit Hilfe von Optimierungsalgorithmen sollen dynamische Simulationen durchgeführt werden. Die Analyse der Ergebnisse soll zur Entwicklung eines Konzeptes beitragen, dessen Umsetzung eine energetische Optimierung bei gleichzeitiger Aufwertung des Lebensraums in der Welheimer Mark zur Folge hat.

Die Kommune

Die Stadt Bottrop setzt sich bereits seit Jahren neben anderen Umweltthemen intensiv mit Fragen zu Energie und Klimaschutz auseinander. So hat die Stadt Bottrop schon 1997 ein Energiekonzept erarbeitet. Zur Unterstützung der Klimaschutzstrategie der Bundesregierung hat die Stadt Bottrop 2010 ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellen lassen. Neben bereits vielen durchgeführten Projekten und Aktionen im Bereich des Klimaschutzes nimmt die Stadtverwaltung seit einigen Jahren auch am europäischen Qualitätsmanagementprozess „European Energy Award® (Auszeichnung mit dem eea® in Gold im Januar 2011) teil. Im Jahr 2010 hat sich die Stadt Bottrop am Wettbewerb „InnovationCity Ruhr“ (ICR) beteiligt und gewonnen, weil sie in einzigartiger Art und Weise die Integration und Begeisterungsfähigkeit der Bewohner gezeigt und ein Konzept zum energetischen Stadtumbau präsentiert hat, das geprägt war durch wirtschaftliche, nachhaltige Projekte zur CO2-Reduktion. Initiator des Wettbewerbs ist der Initiativkreis Ruhr, ein Zusammenschluss der 70 führenden Unternehmen in der Region. Schon in der Vergangenheit hat sich die Stadt Bottrop durch Netzwerkbildung (z.B. Koordinierung der AKs Wandel als Chance u. Konzept Ruhr), nachhaltige Projekte (z.B. BMVBS gefördertes Projekt „Zero Emission Park“, Wasserstoffstadt Bottrop) oder nachhaltiges Handeln in Industrie und Verwaltung (European Energy Award Gold, Integriertes Klimaschutzkonzept, 4 Runden Ökoprofit, etc….) einen Namen gemacht. Durch InnovationCity wird dieser nachhaltige Weg konzentriert auf ein Pilotgebiet der Stadt (knapp 70.000 Einwohner, ca. 2.5 ha Fläche) fortgeführt. Im Rahmen des Projektes InnovationCity hat die Stadt Bottrop das Ziel, bis 2020 die CO2-Emissionen um 50% zu reduzieren bei gleichzeitiger Steigerung der Lebensqualität. Das Projekt EnEff:Stadt – Bottrop Welheimer Mark ist eingebettet in das Gesamtprojekt InnovationCity und ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Das hier entwickelte Konzept ist übertragbar auf weitere Themenstellungen, nicht nur im Pilotgebiet der InnovationCity. So hat das Projekt „EnEff:Stadt – Bottrop Welheimer Mark“ durch Einsatz von integralen Planungsmethoden und der Berücksichtigung von innovativen Technologien und deren intelligenter Vernetzung in den Bereichen Arbeiten, Wohnen und Infrastruktur Maßstäbe für zukünftige Entwicklungen von energetisch kombinierten Arealen zu setzen.

Satus quo der Siedlung
  • Mischgebiet (2 Gewerbegebiete + 1 Wohnsiedlung) Energieversorgung der Wohnsiedlung z.T. über Fernwärme; BHKW am Schulzentrum

Für das Quartiersprojekt wurde der im Südosten gelegene Stadtteil Welheimer Mark ausgewählt. Die Welheimer Mark verfügt über ruhrgebietstypische Siedlungstypen mit sowohl Gewerbe- und Industrienutzung (Gewerbegebiet „Am Kruppwald“ und „An der Knippenburg“ mit insgesamt mehr als 170 ansässigen Unternehmen), öffentliche Sonderbauten als auch freistehenden Einfamilienhäusern, Reihenbebauung bis hin zu Mehrfamilienhäusern in Zeilen und Blockbebauung (insgesamt ca. 350 Wohngebäude) und ist gerade deshalb in vielerlei Hinsicht für eine Multiplikation besonders geeignet. Eine ähnliche Heterogenität findet sich bei der Energieversorgung wieder. Dabei reicht die Spannweite von fernwärmeversorgten Gebieten bis zu Einzelfeuerungen. Als kleinste Einheit in dem Quartier ist hier der einzelne Anlieger in einem Eigenheim in der Welheimer Mark und als größte die energieintensiven Unternehmen im Gewerbegebiet Kruppwald/ Knippenburg in das Projekt integriert.

Das Projekt

Ziel ist es,                                                                                      

  • einen Stadtteil im Bestand mit Wohn- und Arbeitsbereich so zu konzipieren, dass die Energieversorgung im Betrieb ohne großen Ressourcenverbrauch realisiert wird,
  • den Energiebedarf weitgehend exergetisch hocheffizient zu decken,
  • den Energieverbrauch durch Speichertechnologien so weit von der Energieerzeugung zu  entkoppeln, dass Freiheitsgrade zum Energiemanagement entstehen,
  • die Energieerzeugung (inkl. Speichertechnologie) so zu dimensionieren, dass ein Lastmanagement im Verbund möglich wird,
  • einen hohen thermischen Komfort in den Gebäuden zu gewährleisten,
  • eine stadtplanerische Aufwertung des Quartiers zu erreichen.