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31. Mai 2012 - BMWi-Forum auf den Berliner Energietagen: Schwerpunkt bleibt die Effizienzforschung

Ausf�hrliche Beschreibung

Knapp 8.000 Teilnehmer besuchten die insgesamt 45 Einzelveranstaltungen der Berliner Energietage vergangene Woche im Ludwig-Erhard-Haus. In der dreiteiligen Veranstaltungsreihe zum Thema Energieforschung präsentierte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die aktuellen Forschungsschwerpunkte im Bereich Energieeffizienz. Neu in der Diskussion war diesmal die Transformation des deutschen Energiesystems.

Ob einzelne Gebäude, komplette Siedlungen oder Stadtquartiere, spezielle Produktionstechnik in der Industrie oder Prozesse in der Energiewirtschaft – die nächsten Jahrzehnte werden von dem Übergang zu einem nachhaltigen, auf erneuerbaren Energien basierenden, Energiesystem geprägt sein. Das war im BMWi-Forum „Energieforschung“ unstrittig. In den Diskussionen ging hervor, dass die Schritte der Transformation und die strukturellen, sozialen und gesellschaftlichen Konsequenzen spannend sind. Weniger die Anwendung einiger neuer Technologien, sondern vielmehr die Transformation von Strukturen stehe im Fokus des gesamten Energiesystems. Energie müsse demnach in allen Bereichen und auf allen Ebenen der Energiebilanz möglichst emissionsarm gewonnen und effizient verwertet werden.

Nullenergie mit Konsequenzen

Für das Bauwesen liegen Konzepte vor, mit denen der Energieverbrauch in der Jahresbilanz bis auf Null reduziert werden kann. Das zeigte Karsten Voss, Professor für Bauphysik und Technische Gebäudeausrüstung an der Bergischen Universität Wuppertal, jedoch habe das Konsequenzen für Strom- und Wärmenetze, die für diese Anforderungen ausgelegt werden müssen.

„Die Transformation muss vor allem im Gebäudebestand erfolgen. Wichtig ist, dass die Sanierungsraten deutlich steigen“, gab Christian Doetsch, Geschäftsfeldleiter Energie-Effizienz-Technologien im Fraunhofer-Institut UMSICHT und Sprecher der Begleitforschung EnEff:Stadt, zu bedenken. Zugleich sieht er den sinkenden Heizenergiebedarf als besondere Herausforderung an die Wärmenetze von Siedlungen und Stadtquartieren.

Produktqualität vor Energieeffizienz

In der Industrie sei die Transformation besonders anspruchsvoll, sagte Eberhard Jochem vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe, weil man es hier mit enorm vielen verschiedenen Technologien zu tun hat. Zudem gebe es darüber hinaus noch weit mehr spezifische Anwendungen mit produktionsspezifischen Anforderungen, wobei in Industrie und Gewerbe die Produktqualität immer Priorität vor der Energieeffizienz habe. Jochem sieht das jeweilige Innovationssystem und die Integration aller relevanten Akteure als maßgeblich für die Realisierung von Effizienzgewinnen.

Plusenergie ist machbar

Zum Abschluss der Veranstaltung stellten Studierende der Hochschulen RWTH Aachen und HTGW Konstanz ihre Ideen zum Gebäude der Zukunft vor. Sie nehmen damit an dem Solar Decathlon Europe 2012 teil, ein internationaler Hochschulwettbewerb, der im September in Madrid stattfindet. Ziel ist es, ein energieeffizientes und innovatives Haus zu entwerfen, dessen Bewohner ausschließlich durch die Kraft der Sonne energetisch versorgt werden und das bei vollem Wohnkomfort mehr Energie generiert, als es schlussendlich verbraucht. Das Team „Counter Entropy“ aus Aachen präsentierte ein Gebäudekonzept, das bei den Baumaterialien stark auf Wiederverwertung setzt. Das Team „Ecolar“ aus Konstanz zeigte einen Gebäudeentwurf, der konsequent modular ist.


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