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05. Jan 2015 - Neue Förderbekanntmachung des BMWi: Themen und Projekte der Energieforschung vernetzen

Ausf�hrliche Beschreibung

© Hans Gärtner Kommunikation

 

 

Bis 2050 soll die Effizienz des Energiesystems in Deutschland gesteigert werden, sodass nur noch die Hälfte des Primärenergieverbrauchs benötigt wird. Das Ziel: Die erneuerbare Energien decken bis dahin 80 Prozent des Strombedarfs beziehungsweise 60 Prozent des Endenergieverbrauchs ab. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bündelt zu diesem Zweck die Maßnahmen in der nicht nuklearen Energieforschung und erweitert so das 6. Energieforschungsprogramm. Nun wird die gesamte Energiekette abgebildet – von der Energiebereitstellung und -umwandlung über den Transport und die Verteilung einschließlich Speicherung bis hin zum Energieeinsatz in verschiedenen Anwendungsgebieten, wie etwa in Kommunen. Ziel der künftigen Förderprojekte ist es, wirtschaftliche und technologische Risiken zu reduzieren. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung und Integration von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, Fragen der Systemsicherheit, Systemzuverlässigkeit sowie der Akzeptanz.

Das BMWi fördert Forschungsprojekte aus allen Energietechnologien (außer Biomasse) sowie zu Systemanalysen und interdisziplinären Forschungsvorhaben. Geplant ist darüber hinaus ein Ideenwettbewerb, der die Forschungsschwerpunkte zusammenführt, um das Energiesystem weiter zu optimieren. In diesem Wettbewerb sollen Projekte gefördert werden, die die Energiebereitstellung und -einsparung mit der Speicherung sowie Verteilung und Leitung von Energieträgern kombinieren.

Gebäude und Städte übernehmen einen wachsenden Anteil an der bedarfsnahen, dezentralen Bereitstellung von Wärme, Kälte und Strom. Die starke Interdependenz der Forschungsbereiche Gebäude, Quartier, dezentrale und solare Energieversorgung erfordert deshalb eine inhaltliche Vernetzung und den bereichsübergreifenden Informationsaustausch. Dies soll durch eine interdisziplinäre wissenschaftliche Begleitforschung gewährleistet werden, die neben Analysen und Querschnittsauswertungen auch den Informations- und Wissenstransfer im Rahmen des Forschungsnetzwerkes unterstützt.

Forschung für energieeffiziente Wärme- und Kältenetze (EnEff:Wärme)

Berechnungen zu Folge könnte im Jahr 2050 ca. 50 % der benötigen Wärme über Wärmenetze bereitgestellt werden. Ein großes Effizienzpotenzial könnte damit erschlossen werden. Ziel der Förderung ist es, netzgebundene Wärme- und Kälteversorgungssysteme primärenergetisch, exergetisch, wirtschaftlich und ökologisch zu verbessern. Dazu zählen sowohl Fernwärmesysteme als auch dezentrale Versorgungsstrukturen. Für die in städtischen Ballungsräumen gut ausgebauten Fernwärmenetze bietet die Solarthermie neue Perspektiven: Sie kann sowohl fossile Energieträger substituieren als auch die Wirtschaftlichkeit der Fernwärme insbesondere in den Sommermonaten spürbar verbessern. Das BMWi setzt deshalb künftig in seiner Förderung auch auf die Solarisierung von Wärmenetzen unter anderen durch Systemkonzepte zu Netzhydraulik, Einbindung und Ertragssicherung.

Forschung für die energieeffiziente Stadt (EnEff:Stadt)

Im Forschungsschwerpunkt EnEff:Stadt werden innovative, lokal ausgerichtete Gesamtlösungen für mehr Energieeffizienz und zur Integration erneuerbarer Energien auf Quartiersebene gefördert, die gleichzeitig in eine gesamtstädtische Langzeitstrategie integriert sind. Es werden beispielhafte, kostenoptimierte Quartierskonzepte, ausgewählte Aspekte ihrer Umsetzung und die dazugehörige wissenschaftliche Evaluierung gefördert. Ziel ist die Beschleunigung der erforderlichen Transformationsprozesse in städtischen Energieversorgungsstrukturen, indem bestehende Hemmnisse bei der Realisierung von großflächigen Energieeffizienzprojekten überwunden werden. Neben dem Einsatz innovativer Technologien geht es auch um die Weiterentwicklung und den Einsatz moderner integraler Planungsinstrumente sowie die Nutzung moderner Methoden für das Management komplexer Projekte.

Auf Grundlage eines unbefristeten Memorandums of Understanding zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung, Entwicklung und Demonstration...in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind länderübergreifende (D-A-CH)-Forschungskooperationen möglich. Sie werden - sofern sie die nationalen Förderrichtlinien erfüllen - prioritär behandelt.

Europäische und internationale Zusammenarbeit

Die europäische Zusammenarbeit wird in erster Linie innerhalb des Strategic-Energy-Technology (SET)-Plans mit den Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission durchgeführt. Der SET-Plan sieht auch die Zusammenarbeit der nationalen Programme vor – mit und ohne Beteiligung der Kommission im EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020. Ein Schwerpunkt der internationalen Zusammenarbeit ist die Mitarbeit in Programmen und Projekten der Internationalen Energie Agentur (IEA). Deutschland beteiligt sich aktuell an 25 von insgesamt 40 laufenden sogenannten Implementing Agreements.


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