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05. Mär 2014 - Ludwigsburg energieeffizient

Ausf�hrliche Beschreibung

Foto: Arbeitsgruppen auf einer der Ludwigsburger Zukunftskonferenzen.
Bürger debattieren aktuelle kommunale Energiethemen. Quelle: Stadt Ludwigsburg

 

Die Stadt Ludwigsburg hat langjährige Erfahrung in Energieeffizienz und Klimaschutz. Grundlage hierfür ist das Stadtentwicklungskonzept „Chancen für Ludwigsburg“, mit Leitsätzen und Zielen zu elf Themenfeldern der nachhaltigen Stadtentwicklung – von Energie über Wirtschaft und Arbeit, Mobilität, Wohnen bis hin zu vitalen Stadtteilen. Im Rahmen des integrierten Nachhaltigkeitsmanagements werden diese Themenfelder kontinuierlich fortgeschrieben. Auf dieser Grundlage wurde ein kommunales Energie- und Klimaschutzkonzept entwickelt, das derzeit in zahlreichen Einzelprojekten umgesetzt wird. Der Austausch solcher Erfahrungen – auch in internationalen Kooperationen – ist wichtig. Kommunalverwaltung und -politik haben deshalb an unterschiedlichen Energie- und Klimaprojekten mitgewirkt u. a. an Programmen der Europäischen Union (EU), wie „Managing Urban Europe 25“ des 6. Energieforschungsrahmenprogramms und „Snowball“ des Intelligent-Energy-Programms. Im Januar 2011 wurde die Stadt Ludwigsburg mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Aktuell beteiligt sie sich an den EU-Projekten „livinggreen“, EnSURE und „Sustainable Now“. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg wird im Stadtgebiet derzeit ein Modellprojekt zu mehr Energieeffizienz in Gewerbebetrieben durchgeführt.

Das Geheimnis des Erfolgs

In Ludwigsburg ist es geglückt, eine Kultur des Miteinanders im kommunalen Klimaschutz zu erreichen, die auf langjährigen Angeboten der Bürgermitwirkung und des Dialogs beruht. Dazu zählen jährliche Zukunftskonferenzen, die bereits seit 2005 aktuelle kommunale Energiethemen aufgreifen und dort debattieren. Basis dieser partizipativen Zusammenarbeit sind der „Masterplan Energie“ für Ludwigsburg und die Detailkonzepte und Strategien der Stadtentwicklung. Die Umsetzung begleitet das „Referat Nachhaltige Stadtentwicklung“, das als Querschnittseinheit die Aufgaben der Stadtentwicklung bündelt, prozessorientiert bearbeitet und mit allen Bereichen des Verwaltungshandelns vernetzt.

EnEff:Stadt-Pilotprojekt

Daneben beteiligt sich die Stadt auch an Forschungsaktivitäten, um deren Impulse für die kommunale Praxis zu nutzen. So wird für das Pilotprojekt „Integriertes Energie-Quartierskonzept Ludwigsburg Grünbühl/Sonnenberg“ im Rahmen der Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein Quartiersenergiekonzept erarbeitet, das Grundlage für die Umsetzung einer innovativen Nahwärmeversorgung sowie beispielhafter Sanierungs- und Neubauprojekte in beiden Stadtteilen ist. Daneben hat die Internationale Energieagentur die Stadt als Modellprojekt der „Energy Efficient Communities“ ausgewählt. In einer Studie wurden dazu die gesamten Aktivitäten der Stadt im Bereich Energieeffizienz analysiert und die Handlungsempfehlungen aufgezeigt. Die Grundlage der Analyse bildeten das Stadtentwicklungskonzept Chancen für Ludwigsburg, das städtische Klimaschutz- und Energiekonzept sowie Fallbeispiele der energieeffizienten Stadtentwicklung.

Auf dem EnEff:Stadt-Kongress wurde deutlich: Für Albert Geiger, Leiter des Referats Nachhaltige Stadtentwicklung, reicht die entscheidende Frage weit über Ludwigsburg hinaus: „Wie können noch mehr Städte und Gemeinden motiviert werden, Klimaschutz-Projekte zu starten und sich zu vernetzen? Für die übergeordnete Politik heißt das vor allem, die Potenziale vor Ort zu nutzen – in Ludwigsburg ist das z. B. die langjährige Erfahrung mit Konversionsprojekten und Beteiligungsprozessen in der Stadt- und Stadtteilentwicklung. Hier entstehen Mehrheiten in gesellschaftlichen Debatten wie dem Klimaschutz". Doch auch in den kommunalen Verwaltungen muss aus Geigers Sicht ein Umdenken einsetzen: „Sie müssen sich auch in der Breite besser aufstellen, Bewährtes ergänzen und sich noch weiter professionalisieren, um beispielsweise kompetenter Partner der Wirtschaft zu werden. Denn Investoren verlangen heute nachhaltige Rahmenbedingungen von Kommunen, auch im Bereich Energie“. Stadtentwicklungs- und Klimaschutzkonzepte oder der kommunale Masterplan Energie sind dafür hervorragende Referenzen. Sie stehen für klare Ziele, Planungssicherheit und verbindliches Handeln aller Beteiligten. Geigers Fazit: „Der entscheidende Erfolgsfaktor ist jedoch die Teilhabe der Bürger. Man muss sich mit dem Bürger ins Gespräch begeben: Anlassfrei, aber nicht ohne Inhalt!"

Weitere Informationen enthält die Website der Stadt Ludwigsburg zum Bereich „Stadtentwicklung“.

Zum Thema Partizipation ist der „Praxisleitfaden Bürgerbeteiligung“ zu empfehlen, der als Ergebnis des Pilotprojekts „Energiewende und Demokratie“ mit Unterstützung des Umweltbundesamts und des Landes Brandenburg erstellt wurde.

Zur EnEff:Stadt Projekt-Visitenkarte "Integriertes Energie-Quartierskonzept Ludwigsburg Grünbühl/Sonnenberg".

Zur Fallstudie "Energieeffiziente Stadt Ludwigsburg".


Zusätzliche Informationen: