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05. Feb 2014 - Forschungsprojekt zur flexiblen Stromproduktion mit Biomasseheizkraftwerken gestartet

Ausf�hrliche Beschreibung

Foto: Feuer im Feuerraum eines Bioenergiewerkes;
Quelle: Bioenergie Wächtersbach GmbH


Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung wächst gemäß den politischen Zielen der Bundesregierung kontinuierlich an. 2030 soll dieser Wert bereits auf knapp 60 % gesteigert werden. Die Basis der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird primär aus Wind- und Sonnenenergie bestehen. Biomasse stellt dabei jedoch heute und in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Qualität der Stromversorgung dar. Durch den steigenden Anteil witterungs-abhängiger Energieerzeuger und dem Ausbau der erneuerbaren Energien, geht auch eine Transformation des Energiesystems einher. Dies beinhaltet, neben dem Bau von Stromnetzen, flexible Erzeugungs- und Speicherkapazitäten. Mit der Integration in die Strommärkte muss ein optimiertes Erzeugungs- und Einspeisemanagement auch bei dezentralen Anlagen erreicht werden. „Durch eine gute Steuerbarkeit der Stromproduktion nehmen Biomasseanlagen hierbei eine Schlüsselrolle ein. Biomasse wird heute und zukünftig zur Stromerzeugung genutzt. Mit der Anpassung der Anlagentechnik ist die Biomasse in der Lage einen signifikanten Beitrag zum Ausgleich der Bedarfsschwankungen zu leisten. Jedoch reicht die flexible Nutzung der bislang rund 8.000 Biogasanlagen dabei nicht aus. Mit der Erschließung weiterer flexibler Kapazitäten in Form von Heizkraftwerken, die Biomasse als Feststoff einsetzen, gibt es zusätzliche Potentiale, die es zu nutzen gilt“, ist Uwe Hoffstede vom Fraunhofer IWES in Kassel überzeugt. Er leitet das neue vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt „FlexHKW – Flexibilisierung des Betriebs von Heizkraftwerken“.

Hendrik Sämisch, Geschäftsführer von Next Kraftwerke, sieht in dem Projekt auch einen Schritt in Richtung der Marktintegration der Erneuerbaren Energien: „Durch das Projekt FlexHKW soll das Potential von Biomasse-Heizkraftwerken zur flexiblen Stromerzeugung in Deutschland untersucht werden. Ein flexibler Betrieb anhand von Börsenpreissignalen ermöglicht eine Anpassung der Stromerzeugung an den Strombedarf. Somit könnte die fluktuierende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie ein Stück weit mit den Mitteln der Strommärkte aufgefangen werden. Neben einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien werden auch die CO2 -Emissionen in der Stromversorgung reduziert.“

Im Rahmen der Untersuchungen werden, neben Flexibilitätspotenzialen, auch Einschränkungen untersucht, die einer technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit der Flexibilisierung im Wege stehen. Ein weiteres Ziel ist die Demonstration der Machbarkeit an einer großtechnischen Pilotanlage, welche bereits seit einigen Jahren erfolgreich Strom und Wärme produziert und nun für die bedarfsangepasste Stromerzeugung ertüchtigt werden soll. Durch die Arbeiten im Projekt werden theoretische Grundlagen erarbeitet, durch die es Investoren und Betreibern ermöglicht wird, die Maßnahmen zur Erschließung des Flexibilitätspotentials bei Neu- oder Bestandsanlagen zu definieren.

Das Projekt „FlexHKW – Flexibilisierung des Betriebs von Heizkraftwerken“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.

Am 13. Februar laden die Projektpartner relevante Verbände, die Holzenergie- und Bioenergiebranche, den Maschinen- und Anlagenbau sowie kommunale Entscheidungsträger und Energieversorger zu einem ersten Workshop "Flexible Stromproduktion mit Heizkraftwerken – technische und wirtschaftliche Lösungsansätze" nach Berlin ein. Nähere Informationen zu Programm und Anmeldung finden sich auf der Website des Fraunhofer IWES.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Uwe Hoffstede
Leiter Biogasanlagentechnik

Tel.: 0561-7294-438
uwe.hoffstede(at)iwes.fraunhofer.de


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