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Wärmebedarfsabschätzung für Siedlungsgebiete

Ausführliche Beschreibung

Die Erstellung und Umsetzung örtlicher Energieversorgungskonzepte erfordert eine Fülle von Detailinformationen wie Absatzzahlen, Gebäude-Kennwerte oder Schornsteinfegerdateien. Informationen über den Wärmebedarf in Siedlungsgebieten ohne leitungsgebundene Energieversorgung sind aber nur sehr aufwendig zu ermitteln. Vereinfachen ließe sich dies mithilfe einer digitalen Wärmebedarfskarte, die verschiedene Auswerteverfahren auf Basis einer Gebäudedatenbank des Siedlungsgebietes kombiniert und den örtlichen Niedertemperatur-Wärmebedarf automatisch berechnet. Ein Forscherteam hat das entsprechende Verfahren in den letzten Jahren entwickelt. Beispielhaft wurde es auf das Stadtzentrum von Esslingen angewendet.

Ziele des Forschungsprojekts waren die Entwicklung eines automatisierten Verfahrens zur Berechnung des Wärmebedarfs und die Darstellung dessen räumlicher Verteilung in einer Wärmebedarfskarte. Dazu sind vor allem Gebäudedaten notwendig. Außenmaße und Volumina von Gebäuden werden durch sogenanntes Laser Scanning, weitere Kennwerte (z.B. Fensterflächen, Dämmstandard, Energiebezugsfläche) statistisch ermittelt. Durch ihren Abgleich mit Thermobildern werden zusätzlich die beheizten Gebäudevolumina bewertet bzw. eine U-Wert Korrektur vorgenommen. Die automatisierte Wärmebedarfsberechung erfolgt nach den Richtlinien der DIN EN 1283. Auf ihrer Basis konnte eine digitale Wärmebedarfskarte erzeugt werden, in der auch Potenziale zur Fernwärmeversorgung auf Gemeindeebene darstellbar sind.

Die flächendeckenden Bedarfswerte lassen sich in Modellrechnungen zum Vergleich unterschiedlicher Versorgungstechniken und Energieeinsparmaßnahmen im Gebäudebestand vor Ort nutzen. Sie dienen damit der Optimierung von Energieversorgungskonzepten. Ein umfassender Vergleich kommunaler Energiekonzepte oder –strategien lässt sich mit dem neuen Verfahren jedoch nicht realisieren. Seit 2009 wurde das Verfahren in einem Siedlungsgebiet beispielhaft angewendet. Partner der Erprobung waren die Stadtwerke Esslingen in Zusammenarbeit mit der EnBW (Energie Baden-Württemberg).

Weitere Informationen zu Forschungsprojekt und Pilotanwendung finden Sie auf der Website des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart.

Ansprechpartner bei der AGFW:
Dr. Heiko Huther,
Bereichsleiter Forschung und Entwicklung
Email: h.huther(at)agfw.de

 

 


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