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05. Mai 2009 - Forschung und Praxis suchen nach Wegen zur energieeffizienten Stadt

Hier sehen Sie die Veranstaltung zu EnEff:Stadt im Rahmen der Berliner Energietage 2009

Ausf�hrliche Beschreibung

Dr. Knut Kübler vom BMWi zeigte zunächst die Ziele der neuen Forschungsinitiative auf. Anschließend präsentierten Referenten aus Energiewirtschaft, Wissenschaft, Architektur und Wohnungswirtschaft ihre Erfahrungen und skizzierten Perspektiven für mehr Energieeffizienz in Kommunen.

Vorgestellt wurden die ersten Pilotprojekte der Forschungsinitiative: Das integrale Energiekonzept für das Stadtquartier Karlsruhe-Rintheim ist verbunden mit einem Feldversuch, der unterschiedliche Sanierungsvarianten und deren Technikeinsatz hinsichtlich Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit vergleichend bewertet. Der Vortrag von Prof. Dr. Dirk Müller, RWTH Aachen, ließ erkennen, dass es dabei um eine exergetische Gesamtoptimierung unter Einbeziehung der Energieversorgungsstruktur geht - und dies mit sozialem Anspruch. Denn angestrebt ist ein Konzept der minimalen Warmmiete.

Im Pilotprojekt Bad Aibling geht es um die Nachnutzung und städtebauliche Entwicklung eines ehemaligen Militärareals. Dr. Ernst Böhm, B&O WohnungsWirtschaft, und Dr. Alfred Kerschberger, RK-Stuttgart, machten deutlich, welch große Herausforderung die Konversion von Grundstücksbrachen für die Wohnungswirtschaft darstellt - neben der Sanierung des Gebäudebestands. Das Energiekonzept für den neuen "Stadtteil" soll schließlich ein Zeichen setzen für beispielhafte Konversionsvorhaben - mit seinen energetischen Gebäudestandards und innovativen Sanierungs-, Versorgungs- und Speichertechniken.

Welche Impulse und neuen Ideen sind aus Forschung und Modellprojekten zu erwarten? Dr. Reinhard Jank, Leiter der Begleitforschung zu EnEff:Stadt, hält kommunale Energiekonzepte für das zentrale Instrument, Effizienzziele ausgewogen und praxisgerecht - damit auch wirtschaftlich - umzusetzen. Kommunaler Klimaschutz sollte sich dementsprechend zugleich der verbesserten Energienutzung in Gebäuden, dem Ausbau der dezentralen Energieversorgung, der Verbesserung der Verkehrseffizienz wie auch der Motivation von Verhaltensänderungen bei den Nutzern widmen.

Die anschließende Podiumsdiskussion kreiste um die Frage „Wie energieeffizient und nachhaltig ist der kommunale Klimaschutz?" Und im Dialog mit kommunalen Entscheidern sollte geklärt werden: "Was nutzt die Forschung den Städten und Gemeinden?"

Der Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, Boris Palmer, steht für eine engagierte Vision von Tübingen als ökologischer Modellstadt. Deren Umsetzung geht jedoch mit ganz praktischen Fragen einher - zu lösen mit größtenteils bereits erprobter und am Markt verfügbarer Technik: Stromeinsparung bei der Innenraumbeleuchtung und bei Heizungspumpen, Energiemanagement öffentlicher Liegenschaften, Stadtwerke und lokale Versorgungsstrukturen sind die Stichworte. Dennoch kann Forschung hier wichtige methodische Hilfestellung bieten: Denn es geht darum, die richtige - lokal angepasste - Effizienzstrategie zu finden, Fehler möglichst frühzeitig zu korrigieren und die adäquate Technik wirtschaftlich einzusetzen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass Städte in besonderer Weise von Klimawandel und Energiefragen betroffen sind und ihren Handlungsspielraum nutzen müssen. Dabei geht es um die rechtzeitige Anpassung und Modernisierung von Energiesystemen, Gebäuden und kommunaler Infrastruktur. Zugleich müssen die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Forschung auf die kommunale Praxis übertragbar und für die unterschiedlichen Akteure handhabbar sein.


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