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Internationale Forschungsprogramme und Projekte

Die Forschungsinitiativen EnEff:Stadt und EnEff:Wärme stehen im Kontext umfangreicher internationaler Aktivitäten - im Rahmen von EU-Forschungsprogrammen wie auch der Internationalen Energie-Agentur (IEA). Hauptinstrumente der IEA bei der Umsetzung ihres Technologieprogramms sind die Implementing Agreements, multilaterale Technologieinitiativen, in deren Rahmen verschiedene Projekte durchgeführt werden - die sogenannten Annexes.

Das IEA-Programm "District Heating and Cooling" (IEA-DHC)

Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung haben das Potenzial, entscheidend zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Zielvorgaben Deutschlands und der Europäischen Union beizutragen. So hat unter anderem die unter Federführung von Euroheat & Power in Zusammenarbeit mit dem AGFW durchgeführte Studie "ECOHEATCOOL" das hohe Potenzial des Fernwärmeausbaus in Europa belegt. Durch die Verdopplung des Fernwärmeanteils bei gleichzeitiger Verbesserung bestehender Systeme könnten beispielsweise Kohlendioxidemissionen in Höhe von 400 Millionen Tonnen pro Jahr eingespart werden - das entspricht dem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß Frankreichs.

Im Rahmen des Implementing Agreement "District Heating and Cooling", das auch Technologien und Anwendungen der Kaft-Wärme-Kopplung umfasst, werden verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt, über die die Website www.iea-dhc.org berichtet. Sie enthält zusätzlich Hintergrundinformationen, energiepolitische Stellungnahmen und die Kantaktdaten der nationalen Vertreter.

Das EU-Verbundprojekt "Solar District Heating" (SDH)

Solare Nah- und Fernwärmeanlagen (Solar District Heating, SDH) sind Wärmeversorgungsanlagen, die Wohn- oder Industriegebiete über große Kollektorfelder und Wärmenetze mit erneuerbarer, emissionsfreier Solarwärme versorgen. In langjährigen Forschungsprogrammen in Schweden, Dänemark, Deutschland und Österreich wurden Pilotanlagen errichtet, die schon heute konkurrenzfähige Wärmepreise erzielen. Dank dieser Forschungsprogramme liegen Betriebserfahrungen und technisches Know-how aus mehr als 20 Jahren vor. Seit 2006 zeigt sich ein zunehmendes Interesse seitens kommunaler Versorgungsunternehmen, der Stadtwerke und Fernwärmeversorger, aber auch seitens der Kommunen, der Wohnbaubranche und lokaler Energieinitiativen für den kommerziellen Einsatz der Technologie. Die solare Nah- und Fernwärme tritt derzeit in die Phase der praktischen Marktumsetzung ein.

Stadtwerke und Fernwärmeversorger sind Schlüsselakteure für die Markteinführung der Solarthermie in der Nah- und Fernwärme. Für das EU-Vorhaben wurden daher fünf bedeutende nationale Wärmeversorgerverbände aus Österreich, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Italien sowie der europäische Dachverband Euroheat & Power mit anerkannten Experten aus dem Bereich der solarthermischer Großanlagen in ein Partnerkonsortium zusammengeführt. Deutscher Projektpartner ist die AGFW.

Ziel des Vorhabens ist es, das Potenzial der Solarthermie für die netzgebundene Wärmeversorgung von Wohn- und Industriegebieten voll zur Nutzung zu bringen. Experten sehen den Anteil der Solarthermie am Nah- und Fernwärmeangebot langfristig bei bis zu 5 %, was europaweit einer installierten Kollektorleistung von 47 GWth und einer jährlichen solaren Wärmeerzeugung von 100 PJ entspricht. Projektergebnisse und weitere Informationen finden sich auf der Website www.solar-district-heating.eu 

Der IEA EBC Annex 51 "Energy Efficient Communities"

Das IEA-Programm "Energy in Buildings And Communities" (EBC) bildet den Rahmen für eine Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich der Sanierung öffentlicher Einrichtungen bzw. kommunaler Gebäude. Von besonderer Bedeutung ist der an die deutsche Forschungsinitiative EnEff:Stadt angelehnte IEA ECBCS Annex 51 "Energy Efficient Communities", der nach dreijähriger Laufzeit 2012 abgeschlossen wurde. Seit 2009 haben die 11 beteilgten Partnerländer an Antworten auf die teils enttäuschenden Ergebnisse regionaler und kommunaler Energiepolitik gearbeitet - Antworten auf Fragen nach den Hemmnissen kommunalen Handelns, aber auch nach dem Lerneffekt erfolgreicher kommunaler Vorbilder. Schwerpunkt war vor allem der internationale Austausch von Forschungsergebnissen aus Demonstrationsprojekten zum Thema "Energieeffiziente Siedlungen und Städte". Die Bandbreite der Aktivitäten reicht von Fallstudien und Pilotprojekten bis hin zur Entwicklung eines Planungsleitfadens für kommunale Entscheider und Anwender. Dieser Planungsleitfaden wurde als "Guidebook on Successful Urban Energy Planning" 2013 veröffentlicht.

Die Arbeiten wurden in vier "Subtasks" organisiert:

  • Mit Subtask A wurde ein Überblick über aktuell verfügbare Planungsmethoden und -werkzeuge sowie Modelle der kommunalen Energieplanung geboten. Dies geschah u.a. durch die Dokumentation erfolgreicher Projekte, Produkte und Anwendungen sowie durch eine Synopse und Evaluierung von Maßnahmen des kommunalen Klimaschutzes in den Mitgliedsländern.
  • Die Subtasks B und C widmeten sich der Dokumentation und Kommunikation von Energieplanungsprojekten in den Bereichen Quartiersmodernisierung und Siedlungsneubau. Gegenstand dieser Projekte waren technische und methodische Innovationen in Planung und Umsetzung.
  • Subtask C betonte die strategischen, langfristigen Planungsgrundlagen für Kommunen.
  • Im Rahmen der Subtask D wurde der bereits genannte Leitfaden für die erfolgreiche kommunale Energieplanung sowie ein Energiekonzept-Berater für Stadtquartiere (District Energy Concept Adviser) erarbeitet.

Die Final Reports zu den Subtasks A bis C stehen auf dieser Seite zum Download bereit. Ausgewählte Projekte der Annex-Subtasks A und B - sogenannte Case studies aus den Bereichen Quartiersmodernisierung und Siedlungsneubau - finden Sie auf der folgenden Seite.

...zu den ausgewählten Case studies  


Zusätzliche Informationen:

District Heating and Cooling: Der IEA-DHC, Annex X

Webseite:

www.iea-dhc.org

Operating agent:

Dr. Andrej Jentsch
AGFW, Frankfurt/Main
iea-dhc(at)agfw.de
www.agfw.de

Deutscher Ansprechpartner:

Dr. Heiko Huther
AGFW, Frankfurt/Main
www.agfw.de

 

Energy in Buildings and Communities: Das EBC Programm

Das IEA-Programm bildet den Rahmen für eine Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich "Gebäude und Kommunen".

Website:

www.iea-ebc.org

 

Energy Efficient Communities: Der IEA Annex 51

Ziel und Zweck:

Internationaler Forschungs- und Erfahrungsaustausch anhand von Demonstrationsprojekten zum Thema "Energieeffiziente Siedlungen und Kommunen"

Operating agent:

Dr. Reinhard Jank
ehem. Volkswohnung GmbH, Karlsruhe

Ergebnisse:

Guidebook on Successful Urban Energy Planning
Mit über 20 evaluierten Fallstudien fasst das Guidebook die Ergebnisse der mehrjährigen internationalen Kooperation zusammen.

Artikel Reinhard Jank: "Energy Efficient Communities – First results from an IEA Collaboration Project"

Final Report Subtask A

Final Report Subtask B (Case studies)

Final Report Subtask C (Ludwigsburg)