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Glossar
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A
Annex
Ein Annex (von lat.: annexus - Verbindung) bezeichnet eine Anlage oder einen Anhang.
B
Benchmark
Eine Benchmark oder das Benchmarking ist eine vergleichende Analyse mit einem festgelegten Referenzwert. Benchmarking wird in vielen verschiedenen Gebieten mit unterschiedlichen Methoden und Zielen angewendet.
BHKW
Abkürzung für Blockheizkraftwerk, dieser Kraftwerkstyp erzeugt sowohl Nutzwärme wie auch elektrische Energie in einem Anlagenblock.
C
Contracting
Contracting ist ein Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Ein außenstehender Investor - Contractor genannt - übernimmt je nach Vertragsumfang Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie den laufenden Betrieb des Investitionsprojektes (z. B. Errichtung eines Blockheizkraftwerkes). Contractinglösungen werden beispielsweise von Heizanlagen-Herstellern, Dienstleistern der Energietechnik, großen Handwerks- und örtlichen Energieversorgungsunternehmen oder auch Energieagenturen angeboten. Contracting ist dabei nicht nur für Unternehmen, private Hausbesitzer und die öffentliche Hand interessant, sondern nützt aufgrund der erzielten Energieeinsparungen auch der Umwelt. In der Praxis haben sich zwei systematische Formen etabliert: Anlagen-Contracting und Einspar- bzw. Performance-Contracting.
D
Demonstrationsprojekt
Mit solchen Projekten soll die Funktionsfähigkeit und Alltagstauglichkeit innovativer Techniken oder Konzepte nachgewiesen werden. Auch geht es darum, Erfahrungen mit der Realisierung oder dem alltäglichen Betrieb zu sammeln. Ein weiterer Effekt dieser Projekte ist die öffentliche Überzeugungswirkung: Erfolgreiche Demonstrationsprojekte entwickeln sich oftmals zu "Innovationskeimen" und können für neue Technologien oder Konzepte den Markterfolg bringen.
Eine ähnliche Bedeutung haben verwandte Begriffe, die in gleichem Zusammenhang benutzt werden: Leuchtturmprojekt, Modellprojekt o. a. Eine andere Bedeutung hat das Pilotprojekt.
DIN V 18599
Die Anfang 2007 veröffentlichte Normenreihe beschreibt ein Berechnungsverfahren für die energetische Bewertung von Gebäuden unter Einbeziehung des Nutz- , End- und Primärenergiebedarfs für Beheizung und Warmwasserbereitung sowie für die Kühlung und Beleuchtung. Die neue Norm bildet die Grundlage für den künftig verbindlich zu erstellenden Energiepass für Nichtwohngebäude und dient zugleich als Berechnungsmethode für die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) für Nichtwohngebäude.
Die 10-teilige Normenreihe schlägt die Brücke zwischen Beratungs- und Planungspraxis und soll dazu beitragen, dass unter standardisierten und vergleichbaren Bedingungen architektonische Ansätze sowie Systeme der Bau-, Heiz-, Kühl-, Lüftungs-, Klima- und Beleuchtungstechnik energetisch miteinander vergleichbar sind und deren Interaktion untereinander bewertet werden kann. Die Teile im Einzelnen:
1. Allgemeine Bilanzierungsverfahren, Begriffe, Zonierung und Bewertung der Energieträger
2. Nutzenergiebedarf für Heizen und Kühlen von Gebäudezonen
3. Nutzenergiebedarf für die energetische Luftaufbereitung
4. Nutz- und Endenergiebedarf für Beleuchtung
5. Endenergiebedarf von Heizsystemen
6. Endenergiebedarf von Wohnungslüftungsanlagen und Luftheizungsanlagen für den Wohnungsbau.
7. Endenergiebedarf von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen für den Nichtwohnungsbau
8. Nutz- und Endenergiebedarf von Warmwasserbereitungsanlagen
9. End- und Primärenergiebedarf von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
10. Nutzungsrandbedingungen, Klimadaten
Die DIN V 18599 ist erhältlich beim Beuth Verlag als Buchreihe und auf CD-ROM. Weitere Infos zur DIN V 18599 finden Sie unter bine.info, beim Fraunhofer IBP oder unter enev-online.de.
E
EEA
European Energy Award®
Emission
Alle Stoffe, Energien und Strahlungen, die eine Quelle an ihre Umgebung abgibt, werden als Emissionen bezeichnet. Meist sind damit schädliche Stoffe oder Energien gemeint. Schadstoffe können in Rauchgasen, Abluft oder Abfällen erhalten sein. Schadenenergien können in Form von Radioaktivität, Elektrosmog oder Lärm übertragen werden. Das Verhindern von Emissionen ist eine der Kernaufgaben des Umwelt- und Klimaschutzes. In der aktuellen Diskussion wird der Begriff Emission vor allem mit gefährlich hohem CO2 -Ausstoß in Zusammenhang gebracht.
Emissionshandel
Ab dem 1. Januar 2005 können Unternehmen in Europa Emissionsrechte handeln. Die Idee, die hinter dem Handel steckt ist einfach: Für den Klimaschutz ist es unerheblich, wo Emissionen eingespart werden. Wesentlich ist, dass sie eingespart werden. Im Emissionshandel werden deshalb erstmals die Mechanismen des Marktes für den Klimaschutz eingesetzt.
Die EU hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, die Emissionen um insgesamt 8% zu reduzieren. Dieser Wert bestimmt auch den Emissionshandel. Jedes Land darf nur die Menge an Zertifikaten an seine Unternehmen verteilen, die seiner Kyoto-Verpflichtung entspricht. Welches Unternehmen wie viele Rechte erhält, legen die Länder in den nationalen Allokationsplänen fest. Verbraucht ein Unternehmen seine Zertifikate nicht, weil es emissionssparend arbeitet, kann es die Rechte auf dem Markt verkaufen und wird so für sein klimafreundliches Handeln belohnt. Unternehmen, die zu viel emittieren, müssen Rechte ankaufen. Die vermiedene Tonne des gefährlichen Treibhausgases CO2 erhält so zum ersten Mal einen Marktpreis. Experten vermuten, dass dieser bei etwa 10 bis 15 € liegen wird.
Am Emissionshandel werden zunächst nur besonders energieintensive Branchen und die Energieerzeuger teilnehmen. Vorgesehen ist, den Handel mit einer Pilotphase (2005-2007) und einer ersten Handelsphase (2008 -2012) zu beginnen. Nach der Pilotphase können die Länder entscheiden, ob sie den Handel auf weitere Treibhausgase und weniger energieintensive Branchen ausdehnen.
Emissionsrecht
Am ersten Januar 2005 hat der Emissionshandel in der Europäischen Union begonnen. Unternehmen der betroffenen Branchen müssen seitdem für jede Tonne CO2, die sie ausstoßen, ein Emissionszertifikat nachweisen.
Energiebedarf
Der Energiebedarf ist die „Menge“ Energie, die ein Energieverbraucher, z. B. ein Gebäude, voraussichtlich in einem bestimmten Zeitraum benötigt. Die Wert ist eine kalkulatorische Größe und wird nach einem definierten Verfahren kalkuliert (z. B. bei Gebäuden nach DIN V 18599). Aufgrund bestimmter Einflüsse oder Ereignisse (z. B. Wetter, Nutzerverhalten oder Anlagenstörung) kann der tatsächliche „Energieverbrauch“ von dem kalkulierten „Energiebedarf“ abweichen.
Energieeffizienz
Unter dem Begriff Energieeffizienz versteht man, dass ein gewünschter Nutzen mit einem möglichst geringen Aufwand an Energie erreicht wird. Gemäß dem ökonomischen Prinzip sind Vorgänge auf Dauer nur dann nachhaltig erfolgreich, wenn jeder unnütze Verbrauch vermieden wird. Dies gilt im Besonderen auch für die Energie, die sich mit der Zeitdauer der wirkenden Leistung ergibt.
Energieverbrauch
Physikalisch gesehen kann Energie - in einem geschlossenen System - nicht verbraucht, sondern nur in eine andere Energieform umgewandelt werden. Dennoch hat sich der Begriff eingebürgert. Im Unterschied zum „Energiebedarf“ ist der „Energieverbrauch“ eine zu messende Größe: Er ist die Menge Energie, die tatsächlich in einem bestimmten Zeitraum verbraucht wurde.
Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien, auch alternative oder regenerative Energien genannt, sind die Energieformen, die dem Menschen quasi unbegrenzt zur Verfügung stehen. Zu diesen zählen: Biomasse, Erdwärme, Sonne, Wasser und Wind. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, den Anteil der Erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren noch drastisch zu erhöhen und sich das Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 die Erneuerbaren Energien für 20% des Gesamtstrombedarfs sorgen sollen.
European Energy Award® (eea®)
Der European Energy Award® ist ein vielfach erprobtes Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, das auf europäischer Ebene entwickelt wurde und laufend umgesetzt wird. Ziel ist es, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in einer Kommune zu bewerten, regelmäßig zu überprüfen und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu erschließen. Basis des Systems sind standardisierte und anwendungsoptimierte Werkzeuge für kommunale Energieprojekte.
Exergie
Exergie bezeichnet den Anteil der gesamten Energie eines Systems oder Stoffstroms, der Arbeit verrichten kann, wenn er in das thermodynamische Gleichgewicht mit seiner Umgebung gebracht wird. Exergie basiert also auf einem Potential zwischen mindestens 2 Zuständen, wobei einer davon meist der Umgebungszustand ist. Die Exergie ist im Gegensatz zur Energie keine Erhaltungsgröße, d. h. im Gegensatz zur Energie kann Exergie vernichtet werden.
F
F&E
Forschung und Entwicklung
Fernwärme
Als Fernwärme bezeichnet man den Transport von thermischer Energie in einem wärmegedämmten, überwiegend erdverlegten Rohrsystem vom Erzeuger oder der Sammelstelle der Abwärme zur Zentralheizung der Verbraucher, meist zur Heizung von Gebäuden. Unter Fernheizung wird die Erschließung ganzer Städte oder ganzer Stadtteile verstanden. Bei der örtlichen Erschließung einzelner Gebäude, Gebäudeteile oder kleiner Wohnsiedlungen mit eigener Wärmeerzeugung spricht man auch von Nahwärme.
G
Gebäudeleittechnik
Der Begriff Gebäudeleittechnik (kurz: GLT) meint das gesamte Instrumentarium zur zentralen, automatischen Steuerung, Regelung und Überwachung der Gebäudetechnik (also der technischen Gebäudeausrüstung, kurz: TGA). Im engeren Sinne ist die Gebäudeleittechnik ist ein Bestandteil der Gebäudeautomation welche in drei Ebenen unterteilt wird. Die Feldebene, die Automationsebene und die Managementebene. Die Gebäudeleittechnik befindet sich auf der obersten Ebene, der Managementebene. Gebäudeleittechnik wird oft gleichgesetzt mit der Software, mit der Gebäude - auf der Managementebene - überwacht und gesteuert werden. Es gibt verschiedene herstellerspezifische und einige wenige herstellerunabhängige Gebäudeleittechnik-Systeme. Diese kommunizieren mit der Automatisierungstechnik in den Gebäuden über herstellerspezifische oder standardisierte Schnittstellen.
GLT
Gebäudeleittechnik
Graue Energie
Graue Energie ist ein Begriff für die Energie, die in einem Produkt oder einem Vorgang nicht zu Tage tritt, aber durch dieses Produkt oder den Vorgang verbraucht wird oder wurde. Graue Energie in einem Apfel sind z.B. die notwendigen Transporte, Verpackung, Marketing usw.
I
IEE
"Intelligente Energie - Europa" - mit diesem Programm wird die nachhaltige Entwicklung im Energiebereich unterstützt. Daneben fördert es die Verwirklichung der allgemeinen Ziele des Umweltschutzes, der Versorgungssicherheit und der Wettbewerbsfähigkeit Ziele sind die Verbesserung der Energieeffizienz, die rationelle Nutzung von Energie, die Förderung neuer und erneuerbarer Energiequellen, die Diversifizierung der Energieversorgung, die Verbesserung der Energieeffizienz und Förderung der Nutzung neuer und erneuerbarer Energiequellen im Verkehrswesen.
K
Kraft-Wärme-Kopplung
ierunter versteht man die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in einer Heizkraftanlage. Der Ausnutzungsgrad der dabei eingesetzten Brennstoffe ist um ein Vielfaches höher als bei konventioneller Stromerzeugung, was den CO2-Ausstoß deutlich verringert. Dieses Prinzip erhöht die Ausnutzung von Brennstoffen, indem der Anteil der Wärme, der über Turbine und Generator nicht in Strom umgewandelt werden kann, als Brauchwärme genutzt wird.
KWK
Kraft-Wärme-Kopplung
M
Monitoring
Aus dem Englischen „to monitor“= beobachten - Monitoring ist ein Überbegriff für alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung, Beobachtung oder Überwachung eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme. Die Funktion des Monitorings besteht darin, bei einem beobachteten Ablauf bzw. Prozess steuernd einzugreifen, sofern dieser nicht den gewünschten Verlauf nimmt bzw. bestimmte Schwellwerte unter- bzw. überschritten sind. Monitoring ist deshalb ein Sondertyp des Protokollierens.
MW
Megawatt
N
Nahwärme
Als Nahwärme wird die Übertragung von Wärme zwischen Gebäuden zu Heizzwecken umschrieben, wenn die Wärmeübertragung im Vergleich zur Fernwärme nur über verhältnismäßig kurze Strecken erfolgt. Nahwärme wird im Unterschied zur Fernwärme in kleinen, dezentralen Einheiten realisiert und bei relativ niedrigen Temperaturen übertragen. Daher lässt sich Wärme aus Blockheizkraftwerken, aber auch aus Sonnenkollektoranlagen oder niedertemperaturigen Erdwärmeanlagen verwerten. Im Zuge der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen spielt der Ausbau von Nahwärme daher eine große Rolle. Typische Nahwärmeanlagen haben thermische Leistungen im Bereich zwischen 50 Kilowatt und einigen Megawatt und bedienen den Bereich mehrerer Gebäude, eines Wohngebietes oder einer Gemeinde. In Nahwärmemetze lassen sich auch Langzeit-Wärmespeicher integrieren, was bei einer einzelnen Gebäudeheizung meist nicht sinnvoll möglich ist. Für die Wärmeverteilung werden Kunststoffmantelverbundrohre, vor allem aber flexible Verbundrohre wegen der einfachen Verlegeart eingesetzt.
P
Passivhaus
Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem zu erreichen ist. Es bietet erhöhten Wohnkomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/(m²a) und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/(m²a). Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses (NEH). Im Vergleich zum NEH benötigt ein Passivhaus 80% weniger Heizenergie, im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude über 90%.
Das Passivhaus nutzt die in seinem Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme – die Heizung wird dadurch grundlegend vereinfacht. Besondere Fenster und eine Hülle aus hochwirksamer Wärmedämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte halten die Wärme schützend im Haus. Für frische Luft ohne Zugerscheinungen sorgt ständig eine Lüftungsanlage, in der eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung die Wärme der Abluft wieder verfügbar macht.
Das Passivhaus ist kein Markenname, sondern ein Baukonzept, dessen Anforderungen nicht von öffentlicher Seite sondern von einem Institut (Passivhaus Institut, Darmstadt) formuliert wurde.
Weitere Details beim Passivhaus Institut oder der Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland
PCM
Phase Change Materials
PPP
Als Public Private Partnership (Abkürzung PPP), auch Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP), wird die Mobilisierung privaten Kapitals und Fachwissens zur Erfüllung staatlicher Aufgaben bezeichnet. Im weiteren Sinn steht der Begriff auch für andere Arten des kooperativen Zusammenwirkens von Hoheitsträgern mit privaten Wirtschaftssubjekten. PPP geht in vielen Fällen mit einer Teil-Privatisierung von öffentlichen Aufgaben einher.
Primärenergie
Primärenergie kommt in der Natur direkt vor, in Form der Primärenergieträger Stein- und Braunkohle, Erdöl oder Erdgas sowie erneuerbare Energiequellen. In den meisten Fällen muss diese Primärenergie in Kohlebau, Raffinerien, (Heiz-)Kraftwerken etc. in Sekundärenergie umgewandelt werden (Koks, Briketts, Strom, Fernwärme, Heizöl oder Benzin). Die Energie am Ort des Verbrauchs ist die Endenergie, die in Nutzenergie umgewandelt wird – in Heiz- und Prozesswärme, Licht sowie mechanische Energie.
T
TGA
Technische Gebäudeausrüstung

